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Neuigkeiten/News

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Nachdem wir die letzten drei Monate in Bolivien und Peru – hauptsächlich auf dem Altiplano in über 3500 Metern Höhe – verbracht haben, sind wir jetzt im Süden Ecuadors angekommen.
Wir haben einen digitalen Umzug vorgenommen und werden in Zukunft unter:

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zu erreichen sein.
Die bisherigen Fotos und Texte werdet ihr weiterhin hier finden, aber zukünftige Artikel und Impressionen werden unter der oben genannten Seite zu finden sein.

Südamerika Südkegel – Patagonien, Tierra del Fuego, Gaucholand, Uruguay und Paraguay oder von Kahnfahrten durch Fjorde, Pinguinen und Eisbergen; „Gute Luft“ am Rio de la Plata diesseits und jenseits der Grenze, Jesuitenmissionen und deutschen Wurzeln

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Der südamerikanische Kontinent hat für uns in Santiago begonnen, als wir von Rapa Nui aus kommend, Mitte Februar dort gelandet sind.

Es war dunkel und wir sind in einem Vorort der Millionenstadt untergekommen. Die Staßen waren dunkel und fast menschenleer und die Einwohner haben sich hinter ihren Mauern, Toren, Elektrozäunen und Stacheldraht verschanzt.

Guter erster Eindruck.

Am nächsten Morgen sind wir mit der Metro in die Stadt gefahren, die unbestreitbar Chiles Zentrum darstellt.

Der Blick schweift immer wieder auf die Andenkordillere.

Santiago ist riesig, modern, vital, laut, stickig und man fühlt sich mehr in Europa als in Südamerika.

Wir schauen uns die touristischen Orte und Plätze an und nehmen am „Big City Life“ teil. Morgens gehts nach der Rushour ins Zentrum und Abends rechtzeitig vor der hereinbrechenden Nacht sind wir wieder in unserem Vorort.

Kriminalität ist nicht mehr sichtbar als in anderen großen Städten der Welt, aber die Leute scheinen Angst zu haben. Alle Häuser sind mit hohen Zäunen und Stacheldraht und Strom gesichert. Fenster vergittert. Wohnanlagen und Appartementblocks sind nur zu betreten wenn man am Wachmann vorbeikommt.

Die sichtbare Polizeipräsenz ist hoch in Chile. Überall fahren die Carabineros de Chile in vergitterten Autos rum und die rot-und grünflackernden Signallichter sind immer eingeschaltet.

Was andernorts Alarmzustand bedeutet, ist in Chile normal.

Chile zählt zu einem der bestentwickelsten Länder weltweit und ist Nummer eins in Südamerika.

Zahlen und Statistiken mögen gerne recht behalten, aber die alltägliche Realität sieht für viele Menschen gänzlich anders aus.

Die Ungleichheit zwischen Arm und Reich ist nirgendwo sonst in Südamerika so extrem wie in Chile. Unglaublich viele Menschen leben in purer Not und Elend, haben kein Wohnraum und keine Hoffnung darauf, dass sich ihre Situation jemals verbessert.

Die „starke chilenische Wirtchaft“, die schöne Zahlen schreibt, aber Ungerechtigkeit hervorruft, zählt zu den liberalsten der Welt, was auch wenig verwundert, da sie unter dem Staatsterroristen und Diktator Pinochet privatisiert und nach wirtschaftsliberalen Gesichtspunkten umgebaut wurde.

Prinzipiell hat der von den USA in die Wege geleitete, unterstützte und gewollte Militärputsch vom 11.September 1973 dazu gedient, dass erstens der vom Volk gewählte sozialistische Präsident Salvador Allende ausgeschaltet wird und zweitens ein ökonomisches Experiment unter Realbedingungen durchzuführen und die Auswirkungen einer monetaristischen und wirschaftsliberalen Politik zu untersuchen, welche von den „Chicago Boys“ favorisiert wurde.

Die Folgen der wirtschaftsfreundlichen Politik und der Freihandelsabkommen mit den USA zeigen sich vor allem am Körperumfang der Menschen und den Supermarktregalen.

Alles was fett und dumm mach, ist billig. 3 Literflaschen Limonade werden im Dreierpack verkauft und sind billiger als Wasser. Alkohol ist lächerlich billig und Bier wird in Literflaschen zu Spottpreisen verkauft.

Wer sich ungesund ernähren will und vor hat sich totzusaufen ist in Chile richtig.

Zum Glück wird in Mittelchile viel Obst und Gemüse angebaut. Die Markthallen sind prall gefüllt mit gesunder Nahrung.

Nachdem wir in Santiago unser touristisches Pflichtprogramm erfüllt haben, ziehen wir weiter in die Hafenstadt Valparaiso.

Hier gibt es nicht nur die beste Pizza und die besten Empanadas des Landes, sondern es macht richtig Freude über die Hügel der Stadt zu ziehen und die bunten Häuser und die vielen Graffitis anzuschauen.

Die Stadt ist jung, unangepasst und selbstbewusst. Kein Wunder, dass Pablo Neruda und viele andere Valpo künstlerisch verarbeitet haben.

Große Teile der Stadt wurden von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt und der betriebsame Hafen ist immer noch einer der wichtigsten des Landes und des Kontinents.

Wir haben die Zeit in Valpo genossen und uns danach Richtung Süden bewegt.

Zuerst haben wir einen Zwischenstop in der „Seengegend“ Chiles eingelegt. In Pucon wollten wir keinen Vulkan besteigen, wie so viele andere es tun. Dafür haben wir Wanderungen durch Araukarienwälder unternommen.

In diese Gegend leben viele Menschen, die der Ethnie der Mapuche angehören, welche mit fast einer Million Menschen die größte indigene Volksgruppe in Chile stellen.

Unter Allende wurden Großgrundbesitzer enteignet und das Land den Mapuche zurückgegeben. Diese Landreformen wurden allerdings unter Pinochet wieder rückgängig gemacht und heute gibt es wieder viele Landrechtskonflikte zwischen dem chilenischen Staat und den ursprünglichen Eigentümern des Landes, die weitgehend ungelöst bleiben.

Weiter südlich von Pucon haben sich vor langer Zeit viele deutsche Siedler niedergelassen, was sich heut immer noch an der Bauweise von Hotels und Kirchen zeigt, die auch irgendwo in Süddeutschland stehen könnten. Vor allem der deutsche „Kuchen“ hat in Form von „Küchen“ in den chilenischen Wortschatz und in die Theken von Konditoren Einzug gefunden.

In Puerto Montt, einer tristen, derben Hafenstadt, haben wir uns eingeschifft, nachdem wir zwei Nächte dort verbracht haben.

Die nächsten 4 Tage haben wir auf einem Fracht- und Personenschiff verbracht und sind durch die Buchten und Fjorde Patagoniens geschippert.

Dabei haben wir unglaublich schöne Landschaften und viele Tiere gesehen.

Meist war die Fahrt ruhig. Als wir eine relativ kurze Passage durch den offenen Pazifik gefahren sind, hatten wir ein wenig Seegang mit 8 Meter hohen Wellen, die das Schiff ein wenig „ins Rollen“ gebracht haben.

Als wir dann in Puerto Natales wieder an Land gegangen sind, waren wir so richtig mitten drin in Patagonien. Der Wind war stürmisch und die Luft kalt und klar. In der Sonne war es heiß und Nacht haben wir beinahe gefroren.

Patagonien ist wild, rau und wunderschön. Der Wind schlägt einem unvermittelt und immer wieder ins Gesicht und schreit ununterbrochen: „Verschwinde Mensch, du bist hier nicht erwünscht.“

Die nomadisch lebenden Ureinwohner wurden fast vollständig ausgelöscht von den Weißen Eindringlingen, denen die Einnahmen und Gewinne aus Schafszucht wichtiger waren, als Menschenleben.

Was Pocken, Masern und Kopfprämien begonnen haben, wurde durch Alkohol und kulturelle Entwurzelung zum Ende geführt.

Tehuelche, Selk’nam, Haush und viele andere Ethnien wurden beim „großen amerikanischen Genozid“ fast oder gänzlich ermordet und ausgelöscht.

Die Geschichte der „Entdeckung“ und Invasion Amerikas durch Europäer ist eine einzig große Tragödie und Ungerechtigkeit, die niemals wieder gutzumachen ist und die den amerikanischen Doppelkontinent von Alaska bis Feuerland durchzieht wie die Rocky Mountains und die Andenkordillere.

Puerto Natales ist für viele der Startpunkt in den Nationalpark Torres del Paine. Wir haben uns die Landschaft dort in Form eines Tagesausfluges angeschaut und durchaus zu schätzen gewusst.

Allerdings ist die extreme Kommerzialisierung der Natur dort an einem Punkt angekommen, der völlig absurd ist.

Zehntausende Menschen durchwandern in jeder Saison den Nationalpark und zahlen Preise für Zeltplätze, für die man anderswo tagelang ein Zimmer mieten kann.

Vollkommen fragwürdig dabei ist, dass unzählige Menschen um die halbe Welt geflogen kommen, um durch eine alpine Landschaft zu wandern, die auch in Europa oder Nordamerika anzutreffen ist.

Wenn man sich trotzdem dafür entscheiden sollte, den Torres del Paine zu durchwandern, sollte man sich rechtzeitig um Übernachtungsmöglichkeiten kümmern, die in der Hauptsaison einen Monat im Vorraus reserviert werden müssen.

Während der Durchwanderung kann man sich auch ziemlich sicher sein vier Jahreszeiten an einem Tag zu erleben und man sollte sich stellenweise auf Winde gefasst machen, die so unglaublich stark sind, dass man sich kaum auf den Beinen halten kann. Wirklich wahr. Stellenweise waren wir bei unserer Tagesexkursion Windböen ausgesetzt, die ein aufrechtes Stehen vollkommen unmöglich gemacht haben. Wir mussten in die Hocke gehen und richtig gegen den Wind ankämpfen.

Von Puerto Natales sind wir nach Punta Arenas gefahren, der Stadt die an der Magellanstraße liegt und von der aus man nach Feuerland übersetzen kann.

Punta Arenas an sich ist nicht unbedingt eine Schönheit, aber es gibt schlechtere Orte in Chile in denen man seine Zeit verbringen kann.

Die Stadt hat ein recht schönes historisches Zentrum und bietet sich gut als Ausgangsbasis für Tagesausflüge an.

Wir haben von dort aus Abstecher nach Feuerland unternommen und unter anderem eine Königspinguinkolonie besucht.

Außerdem haben wir auch noch einen Ausflug nach Isla Magdalena – einem kleinen Eiland in der Magellanstraße – unternommen, um eine Kolonie Magellanpinguine zu besuchen. Dort brüten jedes Jahr bis zu 60 000 Paare, der flugunfähigen Vögel.

Ursprünglich haben wir uns überlegt von Punta Arenas nach Ushuaia in Argentinien zu fahren, aber die Stadt an sich ist nicht unbedingt so interessant und recht teuer.

Um zu sagen, dass man in der südlichsten Stadt Südamerikas war, müsste man dann auch konsequenterweise nach Puerto Williams (in Chile) fahren. Von dort muss man aber wieder 36 Stunden zurück nach Punta Arenas oder man zahlt 100 US-Dollar pro Person, um mit Zodiac-Booten nach Ushuaia (Argentinien) überzusetzen.

Wir wären zwar gerne in die Antarktis gefahren, aber unter 5000 Euro ist da kaum was zu machen und für 7 Tage Weißer Kontinent, war uns das dann doch etwas zu kostspielig.

Falls man dafür Geld ausgeben will, ist man in Ushuaia richtig, denn von dort starten die meisten Schiffe Richtung Antarktis.

Wir sind von Punta Arenas über Puerto Natales nach El Calafate (Argentinien) gefahren, um uns dort den Perito Moreno Gletscher anzuschauen.

Chile hat bis dato recht zwiespältige Gefühle bei uns hinterlassen. Einerseits ist das Land absolut abwechslungsreich und die Natur ist wunderschön. Zum Glück stehen riesige Teile des Landes unter Naturschutz (sowohl von staatlicher Seite als auch durch private Innitiativen).

Andererseits ist das Land für Langzeitreisende recht teuer und nur wirklich spannend wenn man sich auf Extreme einlässt.

So weit zumindest der Südteil von Chile.

In Argentinien angekommen, haben wir zunächst mal einen Preisschock erlebt.

Übernachtungen, Busfahrten und auch Einkäufe sind richtig teuer.

Seit das Land wieder am internationalen Kreditmarkt hoffähig ist, weil es die Auslandsschulden der Hedgefonds wieder bedient, profitiert der Reisende auch nicht mehr von einem inoffiziellen Dollar-Pesos-Kurs, der vorher am klandestinen Blauen Markt getauscht werden konnte und statt einem staatlich festgelegten 1:10 Verhältnis, zu einem 1:16 Kurs getauscht werden konnte.

Mittlerweile erhält man am ATM einen umgerechnet 1:17 Kurs – auf der Straße wird man zwar immer noch auf „Cambio“ (Geldwechsel) angesprochen, aber das macht leider keinen Sinn mehr.

Seit Dezember 2015 ist der argentinische Peso wird handelbar und die Argentinier können so viele Dollars kaufen wie sie möchten.

Die Preise sind allerdings immer noch nicht angepasst und viel zu hoch bewertet, was Argentinien zu einem teuren Reiseland macht.

Gleichzeitig wird von manchen staatlichen Unternehmen wie bspw. der größten Airline eine zweigleisige Preispolitik betrieben. So zahlt man als Ausländer für einen Flug grundsätzlich viel mehr wie als Argentinier.

Andere Kuriositäten, die dazu geführt haben, dass wir uns nicht allzu lange und allzu intensiv in Argentinien aufgehalten haben, waren unter anderem die Preise für Busfahrten, die unwahrscheinlich hoch sind.

Der Bus von El Calafate nach Buenos Aires hätte fast 200 Euro gekostet und wäre über 2 Tage unterwegs gewesen. Der Flug hat deutlich weniger gekostet und hat knapp 3 Stunden gedauert.

Wir sind dann also direkt von Südargentinien in die Hauptstadt geflogen.

Da die Landschaft derjenigen Chiles sehr ähnlich ist, haben wir nicht unbedingt das Gefühl gehabt viel verpasst zu haben.

Wir sind in der Woche vor Ostern in Buenos Aires angekommen und haben beschlossen über die Feiertage in der Stadt zu bleiben, da es nicht unbedingt von Vorteil ist, unterwegs zu sein wenn ein Land Urlaub hat, weil dann jeder reist und alles teurer ist.

Während wir in Buenos Aires waren, ist auch der amerikanische Präsident samt Familie zum Staatsbesuch gekommen und das auch ausgerechnet zum 40.Jahrestages des Militärputsches.

Dementsprechend dicke war die Luft in „Guter Luft“.

Die Argentinier sind ein sehr politisches Volk, das seinen Unmut über politische Unstimmigkeiten auf die Straße zu tragen weiß.

Die USA im Allgemeinen und Präsident Obama im Besonderen wurden von den zehntausenden Argentiniern, die am Jahrestags des Militärputsches auf die Straße gegangen sind, jedenfalls mehr als nicht willkommen geheißen.

Irgendwie hat Argentinien, aber besonders Buenos Aires auf uns gewirkt, als ob jederzeit das Chaos ausbrechen würde und die staatlichen Ordnung nicht mehr aufrecht erhalten werden könnte.

Die Stadt strahlt einen derart morbiden Charme aus, dass man meint das Ende der Zivilisation würde jederzeit hereinbrechen.

Viele Gebiete sollte man als Tourist auch nicht wirklich betreten, da es immer wieder zu Überfällen kommen kann.

Man muss in Argentiniens Hauptstadt immer wachsam sein und sich nicht unüberlegt verhalten.

Wir haben uns aber immer sicher gefühlt und keinerlei Probleme gehabt.

Am Ostermontag sind wir dann an den Hafen und haben die überteuerte Fähre nach Uruguay genommen.

Auf der anderen Seite des Rio de la Plata – der einem wie ein Meer vorkommt – in Colonia del Sacramento, geht es schon viel beschaulicher zu.

Uruguay ist ein sehr kleines, aber stabiles Land in Südamerika. Hier gibt es auch nicht besonders viel außer Atlantiküste – wo die Wohlhabenden aus Brasilien und Argentinien Urlaub machen ohne Angst haben zu müsssen, ausgeraubt zu werden – und Gaucholand.

Im Prinzip ist Uruguay – das auch die „Schweiz von Südamerika“ genannt wird – langweilig.

Wir sind noch nach Montevideo gefahren, was ganz ok ist, aber Buenos Aires ist beispielsweise interessanter.

Von dort sind wir quer durchs Land gefahren, um wieder in Argentinien einzufallen. Wir sind dann nach Puerto Iguazu gefahren und haben uns die Wasserfälle auf argentinischer und brasilianischer Seite angeschaut und empfehlen für jeden der sich dafür interessiert, beide Seiten zu besuchen.

Da wir uns am Dreiländereck zwischen Brasilien, Argentinien und Paraguay befunden haben, sind wir natürlich in Paraguay eingereist.

Unser erster Aufenthalt war in der zweitgrößten Stadt des Landes, Ciudad del Este.

Die Grenzstadt ist – wie ganz Paraguay – auf den Handel mit (gefälschter) Elektronik und anderen Markenartikeln spezialisiert. Der Schmuggel mit Brasilien und Argentinien ist ein großer Geschäftszweig.

Die ganze Stadt ist irgendwie zwielichtig, was sie wiederum interessant macht.

In allen Geschäften kann man mit den unterschiedlichsten Währungen bezahlen. Neben der Währung Paraguays (dem Guarani) kann man auch in US-Dollar, Euro, Pesos, Real und anderen gängigen Währungen bezahlen und bekommt sogar das Wechselgeld darin zurück.

Die Supermärkte sind – gerade im Vergleich zu Argentinien, wo alles völlig chaotisch, unordentlich, verdorben und wie nach einer Plünderung aussieht – absurd überdimensioniert und bieten ein riesiges Warenangebot.

Paraguay ist nicht sonderlich touristisch. Es gibt einige ehemalige Jesuitenmissionen, Asuncion ist ok und man kann versuchen ins Pantanal vorzudringen, wo man viele Tiere sehen kann.

Allerdings ist das recht schwer zu bewerkstelligen und von bolivianischer und brasilianischer Seite leichter zu bewerkstelligen.

Gerade aber das untouristische ist interessant, weil man mal wieder in einem Land ist, das nicht von Pauschaltouristen und Backpackerhorden überlaufen ist.

Spanisch ist selbst für viele Paraguayer die zweite Wahl. 80 Prozent geben an, das Guarani ihre Muttersprache ist. Die meisten Einwohner des Landes sind Mestizen.

In Ciudad del Este haben wir uns das Wasserkraftwerk Itaipu angeschaut, das bis zur Eröffnung des chinesischen Dreischluchtenstaudamms das größe der Welt war.

Paraguay deckt seinen kompletten Energiebedarf mit Wasserkraft. Der überschüssige Strom wird an Brasilien und Argentinien verkauft und bringt wichtige Devisen für das Agrarland.

Die wirtschaftliche Situation in Paraguay ist äußerst angespannt. Ein Drittel der Landbevölkerung ist ohne Landbesitz. Fast 70 Prozent des Agrarlandes gehört einer kleinen Elite, die 10 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

In Asuncion ist ein großer Teil der Innenstadt von protestierender Landbevölkerung besetzt, die mehr Rechte fordern.

Der ehemalige Befreiungstheologe und Bischof Fernando Lugo wurde 2008 mit über 40 Prozent der Stimmen zum Präsident gewählt. Er ist angetreten mit dem Ziel die Korruption zu bekämpfen und das soziale Elend (der Mehrheit) zu beenden.

2012 hat ein kurzer, unauffälliger coup d’etat stattgefunden und der Präsident wurde vom Senat seines Amtes enthoben.

Wie kann man es auch nur wagen gegen den Großgrundbesitz und den Geldadel aufzubegehren und Wahlversprechen in die Tat umzusetzen. Wäre ja noch schöner wenn ein demokratisch gewählter Präsident sich ernsthaft für die Armen und Unterdrückten einsetzen würde. Wo kommen wir da nur hin.

Nachdem wir das Itaipu Wasserkraftwerk bestaunt haben, sind wir nach Encarnacion gefahren. Von dort aus haben wir die ehemaligen Jesuitenmissionen La Santisima Trinidad de Parana und Jesus de Taravangüe besucht.

Paraguay wurde ursprünglich als Jesuitenstaat gegründet und über 150 Jahre lang haben die Missionare ein christliches Sozialsystem aufgebaut, welches die indigenen Völker geschützt hat. 1767 wurden die Jesuiten dann aus dem Land geworfen, weil Spanien und Portugal ihre kolonialen Unternehmungen dadurch behindert sahen. Sprich: Die Jesuiten haben die Menschen, die dort gelebt haben geschützt, was dem spanischen und portugisischen Adel ein Dorn im Auge war, die das Land lieber schamlos ausbeuten wollten und den die dort lebenden Menschen egal waren.

Von den Missionen sind heute leider nur noch Ruinen übrig. Die Jesuiten sind nie wieder zurückgekehrt.

Wir sind weitergereist in Paraguays Hauptstadt Asuncion. Während man in Südchile, Argentinien und Uruguay den Mate-Tee heiß trinkt, wird dieses inoffizielle südamerikanische Nationalgetränk im heiß-schwülen Paraguay mit Eiswasser getrunken- literweise.

Überall in Südchile, Argentinien, Uruguay und Paraguay laufen die Leute mit Thermoskannen unter dem Arm rum und in der anderen Hand ein Trinkgefäß (die Mate) meist eine Kalabasse oder ein Trinkhorn und saugen den Tee durch einen Trinkhalm (Bombilla).

Für diese Utensilien gibt es auch Tragetaschen aus Leder, die alles beisammen halten.

Ein Busfahrer beispielsweise in einem der Länder ist auch nur dann ein Busfahrer wenn er alles wesentliche für dieses Trinkritual dabei hat. Meistens gibt es auch nur deshalb Busbegleiter, damit jemand da ist, der dem Busfahrer sein Aufgussgetränk übergießt.

Überall kann man auch heißes Wasser kaufen und kein Wochenendbummel, Picknick oder Ausflug ist vollkommen, wenn man sein Mate nicht dabei hat.

In Paraguay wird das ganze noch übertroffen durch noch größere (5 Liter) Plastikbehälter in denen sich Eiswasser befindet. Der Mate wird dort mit anderen Kräutern als Eistee getrunken und wirklich jeder saugt an den Trinkhalmen vor sich hin. Egal ob Busfahrer oder Polizist.

Von Asuncion aus sind wir wieder nach Argentinien, um nach Salta zu gelangen.
Die deutschen Mennoniten-Siedlungen im Gran Chaco haben wir links liegen lassen, weil wir dann wieder zurück gemusst hätten oder über eine Ochsentour nach Bolivien einreisen können, wovon uns aber jeder abgeraten hat.
Von dort sind wir wieder nach Chile, diesmal in den Norden des langen, dünnen Landes. Die Atacama Wüste hat uns gelockt und in San Pedro de Atacama haben wir die erste Erfahrung mit dem trockenen Altiplano gesammelt.

Die Oase San Pedro liegt mitten in der Atacama, der trockensten Wüste der Welt. Die Trockenheit, die Höhe und die Dunkelheit (fehlender Lichtverschmutzung sei dank) machen den Ort ideal, um Sterne zu beobachten.

Das Forschungszentrum ALMA (Atacama Large Millimeter Array) befindet sich unweit des kleinen Ortes. Die 66 Antennen mit einem Durchmesser zwischen 7 und 12 Metern bilden das größte und teuerste bodengebundene Projekt der Astronomie.

Die Forschung soll unter anderem Erkenntnisse über die Entstehung von Sternen und Planeten liefern.

Leider war die Führung durch die Anlage schon über einen Monat im Voraus ausgebucht.

Wir haben uns dann aber die Landschaft in der näheren Umgebung angeschaut und im Valle de la Luna einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen, der die Wüste in unwirkliche Farben getaucht hat.

Nachdem wir den sehr touristischen Ort verlassen haben, sind wir in die Minenstadt Calama gefahren, wo wir wieder völlig außerhalb des touristischen Pfades waren.

Wir haben von dort aus das größte Kupferbergwerk der Welt besucht. Die Chuquicamata-Mine ist der größte Tagebau der Welt.

Die Ausmaße dieser Vergewaltigung des Planeten sind enorm. Die Grube ist 4 Km lang, 3 Km breit und über tausend Meter tief und angeblich vom Weltraum aus zu sehen.

Die Stadt Chuquicamata ist seit ein paar Jahren evakuiert und geschlossen worden und die Bewohner wurden zwangsweise umgesiedelt, da die Gesundheit der Menschen gefährdet war und die Grube immer weiter ausgedehnt wird.

Bald ist der Tagebau allerdings erschöpft und es werden Stollen in die Erde getrieben, um die letzten Eisenerze zu fördern.

Nachdem wir diesen Wahnsinn gesehen haben, sind wir weiter nach Iquique, einer Hafenstadt, die einst wichtig war für die Salpeter- und Guanoproduktion.

Wir haben uns von dort aus das Humberstone- und Santa-Laura-Salpeterwerk angeschaut.Iquique liegt direkt am Meer, eingeklemmt zwischen Ozean und Andenkordillere.

Die ehemaligen Salpeteranlagen liegen auf einem Hochplateau, mitten in der kargen Wüste.

Vor der Entwicklung der Ammoniaksythese durch das Haber-Bosch-Verfahren, war Salpeter als Dünger weltweit so sehr gefragt, dass Chile mit Peru und Bolivien einen Krieg, um den heutigen Norden Chiles führte, der als Salpeterkrieg in die Geschichtsbücher Eingang gefunden hat.

Die ehemaligen Industrieanlagen mit angeschlossenen Wohngebäude sind heute Geisterstädte und dem Klima der Atacamawüste ausgesetzt.

Wir sind danach weiter nach Arica gefahren, eine Grenz-und Garnisonsstadt, die nicht nur die ältesten Mumien der Welt beherbergt, sondern auch eine Kirche und mehrere Gebäude, die von Gustave Eiffel gebaut wurden.

Die Chinchorro-Mumien sind in zwei verschiedenen Museen untergebracht. Das eine Museum war ursprünglich ein Hotel und bei Umbauarbeiten wurden durch Zufall die Mumien gefunden. Die anderen Mumien befinden sich außerhalb der Stadt im Valle de Azapa, wo Oliven und Gemüse angebaut werden.

Wir haben uns die Mumien angeschaut und dann einen Ausflug nach Putre unternommen.

Arica liegt auf Meereshöhe, Putre auf 3600 Meter über dem Meeresspiegel.

Mit dem Bus braucht man etwa drei Stunden für die Strecke von 150 Kilometern.

Wir wollten uns in Putre ein wenig akklimatisieren und dann weiter in den Lauca Nationalpark und über die Grenze nach Bolivien.

Leider habe ich in Putre ernste Anzeichen für Höhenkrankheit bekommen, weshalb wir uns nach einer Übernachtung für einen Abstieg wieder auf Meereshöhe entschieden haben.

Vielleicht hätte ich einfach durchbeisen müssen, aber wenn man jegliche Flüssigkeiten nicht bei sich behält und man aber viel trinken muss, um bei dieser Höhe nicht zu dehydrieren, ist es ratsamer wieder den Rückzug anzutreten. Vor allem wenn man nur einmal am Tag wieder „nach unten“ kommt und das 2000 Seelenkaff nicht wirklich über ein Krankenhaus verfügt.

Nachdem wir wieder in Arica angekommen sind, waren alle Symptome verschwunden und nach einem 14 stündigen Schlaf war ich wieder fit.

Wir sind nach einer kurzen Rekonvaleszenz über die Grenze nach Peru gefahren und befinden uns zur Stunde in Arequipa. Wir werden die nächsten Tage den Colca Canyon erkunden (der tiefste Canyon der Welt) und danach an den Titicacasee fahren. Von dort werden wir dann nach Bolivien reisen.

Hier in Peru fühlen wir uns zum ersten mal so richtig in Südamerika angekommen. Die vorher bereisten Länder waren interessant und teilweise landschaftlich spektakulär, aber nicht richtig spannend und ohne viel Spirit.
Hier im Andenland ist das schon ganz anders.

Euch allen einen schönen 1.Mai und beste Grüße aus Arequipa

Rapanui, Osterinsel, Isla de Pascua – archäologisches Kleinod und Mahnung an die Menschheit; oder wer hat die ganzen Moais umgeworfen und wer ist der Vogelmann?

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Wir sind von Französisch Polynesien auf die Osterinsel geflogen.

Sobald man sich nach tausenden Kilometern über Wasser der kleinen Insel nähert, befällt einen das Gefühl der Einsamkeit. Selbst wenn man noch in einem vollbesetzten Dreamliner mit mehreren hundert anderen Passagieren sitzt.

Der Landeanflug ist recht spektakulär.

Aus der Luft sieht man nur das Blau des Ozeans. Tief, dunkel und sich bis in alle Ewigkeit erstreckend liegt es unter einem.

Dann sieht man die Insel, fast übersieht man sie.

Dann fragt man sich, wo man jetzt landen soll, denn man sieht zunächst nur Steilklippen und ein vorgelagertes Motu, das aber mehr oder weniger nur ein Fels im tosenden Meer ist.

Schließlich erkennt man die Landebahn, die sich scheinbar direkt hinter den Steilklippen abzeichnet.

Man fragt sich, ob es am anderen Ende der Runway auch so steil runtergeht und gleichzeitig macht man sich Gedanken über die Bremsen an dem Vogel, in dessen Bauch man sitzt.

Letzten Endes ist die Landebahn viel länger als benötigt.

Wir sind gelandet und verlassen das Flugzeug über eine Treppe.

Auf dem Mataveri International Airport können zwar Großraumflugzeuge landen und der Flughafen dient der NASA im Falle eines Falles als Notlandeplatz für Raumfähren, aber an und für sich hat der Flughafen eher nicht die Kapazitäten mehr als eine Passagiermaschine auf einmal abzufertigen.

Die Einreise dauert den Umständen entsprechend lange, da nur drei Beamte der chilenischen Polizei PDI mehrere hundert Passagiere überprüfen müssen.

Nachdem wir eingereist sind, bekommen wir noch den Hinweis und die Möglichkeit uns mit Insektenspray einzureiben, damit wir gegen Zika sicher sind.

Wir lassen das sein und sehen während unseres ganzen Aufenthaltes keine einzige Stechmücke.

Und auch sonst ist die Sache reiner Aktionismus, um die Verunsicherten und Uninformierten in Sicherheit zu wiegen.

Nun sind wir also auf der Osterinsel angekommen, die offiziell zu Chile gehört, aber mit Chile so viel zu tun hat wie Sansibar mit Deutschland.

Eigentlich wurde die Insel aus militärischen und machtpolitischen Gründen völkerrechtswiedrig annektiert und seitdem von Chile kolonisiert und abhängig gemacht.

Wir haben ein Zelt auf einem Campingplatz direkt am Meer bezogen, der zwischen dem Hafen von Hanga Roa – dem einzigen Ort der 24 Kilometer langen und 13 Kilometer breiten Insel – und dem „Stadtzentrum“ liegt.

Rapanui ist vulkanischen Ursprungs. Es handelt sich um einen vulkanischen Gipfel eines unterseeischen Gebirges.

Die Insel ist im Gegensatz zu vielen anderen Inseln im Pazifik nicht von einem Korallenriff umgeben, was dazu führt, dass die Brandung ungehindert an die Küste donnert, die steil auf 3000 Meter Meerestiefe abfällt.

Die Insel besteht aus drei Vulkanen und hat die Form eines rechtwinkligen Dreiecks. Die höchste Erhebung befindet sich im Norden auf knapp über 500 Metern über dem Meeresspiegel.
Am Hafen und an der Uferpromenade des Ortes kann man schon einige Moai sehen.

Die Moai sind der eigentliche Grund warum man die kleine Insel besucht. Es handelt sich dabei um die kolossalen Steinfiguren, die von den ehemaligen Bewohnern der Insel errichtet wurden.

Der deutschstämmige Kapuzinerpater Sebastian Englert, der über 30 Jahre auf der Insel als Seelsorger gelebt hat ( und nach dem ein Museum auf der Insel benannt ist ), hat 638 Statuen nummeriert und katalogisiert.

Er war nicht nur Seelsorger, sondern hat sich darüber hinaus auch um die sozialen Belange, die Gesundheitsvorsorge und die Bildung der Inselbewohner gekümmert.

Zusätzlich hat er Erkenntisse auf archäologischem, linguistischem, kulturgeschichtlichem und botanischem Gebiet aufgezeichnet und für die Nachwelt aufbewahrt.

Nach dem heutigen Forschungsstand geht man davon aus, dass die Osterinsel in vermutlich zwei Wellen (5.-6. und 14.Jahrhundert) von Polynesien aus besiedelt wurde. Genetische Untersuchungen haben zweifelsfrei gezeigt, dass die Besiedlung Rapanuis aus dem polynesischen Raum erfolgt ist.

Thor Heyerdahls These, dass die Besiedlung der Osterinsel von (Süd)Amerika aus erfolgt sein könnte, ist mittlerweile wissenschaftlich widerlegt worden.

Danach hat sich recht schnell eine Gesellschaft entwickelt, die in verschiedene Schichten unterteilt war. Es gab 10 voneinander unabhängige Stämme, die verschiedene Gebiete der Insel besiedelt haben.

Ab dem 12.Jahrhundert wurden große Bauwerke errichtet (sogenannte „Ahu“ = Zeremonieplattformen), in denen die Moai integriert waren.

Fast sämtliche Ahu und Moai befinden sich an der Küste, vor Allem an den wenigen flachen Stellen, die den Meerzugang kontrollieren.

Die genaue Bedeutung der Moai besteht wohl darin – wenn man die „Erich-von-Däniken-Alien-Ufo-Theorien“ außer acht lässt – dass sie als eine Art Bindeglied zwischen diesseitiger und jenseitiger Welt fungieren und berühmte Häuptlinge oder Ahnen darstellen sollen.

Einige Statuen hatten/haben einen „Kopfschmuck“ auf, der aus einem vulkanischen Stein gearbeitet ist und vermutlich einen Haarknoten darstellen soll.

Untersuchungen haben gezeigt, dass nur bedeutende Figuren solch einen Kopfschmuck hatten.

Sehr wahrscheinlich gab es zwei Möglichkeiten wo die Moai aufgestellt wurden.

Zum einen war dies dort wo sie hergestellt wurden, das heißt an den Hängen des Vulkan Rano Raraku und im Inneren der Caldera, um den Kratersee herum.

Zum anderen waren das die Ahus, die alle entlang der Küste, zwischen dem Meer und den Siedlungen, angelegt waren.

Bis auf eine Ausnahme blicken alle Moai immer ins Innere der Insel.

Ahus waren Kult-und Zeremonialstätten, die als baulich realisiertes Bindeglied zwischen dem Diesseits und dem Jenseits gedient haben. Es gab verschiedene Größen und Formen, alle haben jedoch gemeinsam, dass sie mit spiritueller Kraft (mana) aufgeladen und unantastbar (tapu) waren.

Gleichzeitig waren sie jedoch ein ganz konkretes Zeichen politischer und damit einhergehender wirtschaftlicher Macht.

Die Anlagen bestehen in der Regel aus einer Plattform (auf denen die Moai errichtet waren), einer angeschrägten Rampe und einem geebneten Vorplatz, der für rituelle Zwecke benutzt wurde.

Der Ausdruck „Ahu“ ist auch auf Inseln in Französisch Polynesien bekannt und bezeichnet dort einen bestimmten Bereich in einem „Marae“ (Zeremonialplatz).

Die Ahus auf der Osterinsel existieren in verschiedenen Größen und Modellen, was zu der Vermutung führt, dass die Clans an der Spitze der Stammesgesellschaft ihre Macht durch die Größe der Zeremonieplätze und Moai (und deren Anzahl) sichtbar gemacht haben.

Irgendwann nach der „Entdeckung“ der Osterinsel durch die Europäer im Jahre 1722 und dem Besuch von Kapitän Cook 1774 hat die systematische Zerstörung der Anlagen durch die Bewohner der Insel stattgefunden, sodass in der Mitte des 19.Jahrhunderts kein intaktes Ahu mehr vorhanden war.

Es gibt keine hundertprozentig gesicherten Beweise warum die Anlagen zerstört wurden.

Mehrere Annahmen führen jedoch zu einer Gesamtthese.

Man geht davon aus, dass es zu einem Wettstreit der Clans beim Bau von Ahus und dem Aufstellen von Moai gekommen ist, mit dem Ziel der Machtausdehnung und der Kontrolle um Ressourcen und Nahrungsmittel.

Dadurch bedingt wurden Rohstoffe wie Holz vermehrt verbraucht und es ist zu einem ökologischen Ungleichgewicht gekommen.

In diesen politisch-religiösen Machtkampf – baulich manifestiert durch Moai – und in Verbindung mit dadurch direkt bedingten und anderen Umweltkatastrophen kam es zu Versorgungsengpässen mit Lebensmitteln.

Sehr wahrscheinlich hat der Kontakt mit Europäern zu einem Kulturverfall geführt und den Aufstieg des Vogelmannkultes (einer neuen kultisch-religiösen „Bewegung“) begünstigt.

Diese Faktoren haben sehr wahrscheinlich die Machtübernahme einer Kiegerkaste befördert und es kam davor und/oder während dessen zu „Bürgerkriegen“ und sozialen Unruhen, was zu einer Abkehr von dem bisherigen Kult und der Zerstörung seiner baulichen Machtinsignien geführt hat.

Wie auch immer.

Es wurden alle Moai auf den Ahus umgeworfen – und zwar mit dem Gesicht nach unten – und die Kultstätten zerstört.

Die Moai am Vulkan Rano Raraku sind ebenfalls fast alle bis zum Hals eingegraben oder umgeworfen worden.

Man hat an einigen Stellen die Ahus rekonstruiert und die Moai wieder aufgerichtet.

Nach dem Erdbeben von 1960 – und dem dadurch verursachten Tsunami – wurden wieder viele Moai umgeworfen und erst in den 1990er Jahren von einer japanischen Firma aufgestellt.

Über den Transport der Moai von ihrem „Produktionsort“ zu ihrem Aufstellplatz an der Küste gibt es ebenso einige Theorien, die auch praktisch ausprobiert wurden (beispielsweise durch Thor Heyerdahl und sein Team).

Soweit die Theorie und der Hintergrund.

In der Praxis sieht es so aus, dass die ganze Insel ein Nationalpark ist.

Man muss natürlich ein Ticket kaufen, das für Chilenen 10 000 Pesos kostet und für Ausländer 30 000. Kaufen kann man das Ticket angeblich manchmal am Flughafen und im „Conaf“-Büro (Conaf ist die chilenische Forstbehörde, die auch für die Verwaltung der Nationalparks zuständig ist).

Damit hat man die „Möglichkeit und das Privileg“ (so die Broschüre) alle 25 offiziellen touristischen Sehenwürdigkeiten zu besichtigen.

Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass nur an zwei Orten (Rano Raraku und Orongo) der Zugang kontrolliert und zeitlich beschränkt wird.

Wir wurden allerdings auch an zwei anderen Orten nach dem Ticket gefragt.

Das Ticket ist fünf Tage gültig und manche Orte darf man nur einmal besichtigen, was aber nicht wirklich kontrolliert wird.

Es gibt zwei Ahus in der Nähe von Hanga Roa, die sehr beeindruckend sind. Dort kann man die Moai auch bequem beim Sonnenuntergang genießen, da man recht schnell wieder in seiner Unterkunft ist.

Rano Raraku ist einer der beeindruckendsten Orte von Rapanui.

Die Moai stehen oder liegen fast alle an dem steilen Hang und es scheint, als ob sie etwas selbstvergessen in den Himmel oder auf den Ozean schauen.

Der Ort ist auch deshalb sehr beeindruckend, weil noch so viele unfertige Moai im Fels liegen.

Die Produktion hat von einem auf den anderen Tag aufgehört. Ursprünglich wurde das Werkzeug an Ort und Stelle liegen gelassen.

Ein Moai sieht vollkommen anders aus als alle anderen. Die Figur sitzt auf ihren Fersen und blickt auf den „Steinbruch“. Sie befindet sich an der südöstlichen Flanke.

Vom Rano Raraku sieht man in der Ferne die Moai von Tongariki an der Küste, die sehr groß sind und auf einem imposanten Ahu stehen. Diese wurden beim 1960er Tsunami umgeworfen und später von der japanischen Firma wieder aufgestellt.

Ein weiterer interessanter Platz ist die Anakena Bucht, der einzige Ort der Insel, der über eine geschützte Bucht mit weißem Sandstrand verfügt. Dort stehen ebenfalls mehrere Moai. Der Ort gilt als Landeplatz der ersten polynesischen Siedler der Insel und wurde auch in mündlich überlieferten Legenden erwähnt.

Orongo ist ebenfalls sehr spektakulär. Es handelt sich hierbei um ein Dorf, das nur wenige Wochen im Jahr zu rituellen Zwecken bewohnt war und das Zentrum des Vogelmannkultes darstellt.

Es befindet sich im Südwesten der Insel, hoch oben auf einer steilen Klippe, zwischen Ozean und Rano Kau, einer Caldera, die heutzutage ein Sumpfgebiet ist. In diesem Biotop leben viele endemische Pflanzen und Vögel.

Zu der Zeit des Vogelmannkultes (ein mythologisches Hybridwesen aus Mensch und Fregattvogel) wurde einmal im Jahr der neue Vogelmann ernannt, welcher eine Art Schamane war und Privilegien genossen hat, aber auch Pflichten erfüllen musste.

Verschiedene Anwärter (von den unterschiedlichen Clans) haben in Orongo für Wochen gelebt.

Dafür wurden extra Steinhäuser gebaut. Heute existieren noch 54 Behausungen.

Alle anderen Häuser auf der Insel waren aus Holz. Da es aber dort oben sehr windig ist, wurden solidere Behausungen benötigt.

Die steinernen Flachdächer der Häuser sind mit Gras bewachsen.

Von dort oben sieht man auf das Motu Nui, einem größeren Felsen im Meer.

Ziel dieses Wettbewerbs war es das erste Ei eines Vogels (der Rußseeschwalbe) zu finden und auf die Insel heil zurückzubringen.

Wenn man heute dort oben steht, erscheint dieses Unterfangen reiner Selbstmord gewesen zu sein.

Zuerst wurde dort oben abgewartet bis die Vögel zur Eiablage auf das Motu zurückgekommen sind.

Das Warten war schon mit Entbehrungen verbunden.

Dann sind die Anwärter die Steilklippen 300 Meter runtergeklettert , einige hundert Meter durch das Meer geschwommen und über die Felsen auf das Motu geklettert.

Dort haben sie Tage oder manchmal Wochen ausgeharrt, um auf das erste Ei zu warten, dass dann heil auf die Insel zurückgebracht werden musste.

Wenn man heutzutage dort oben steht und die Landschaft sieht, kann man sich das kaum vorstellen.

Die anderen Orte sind ebenfalls sehr interessant, wenn auch nicht auf den ersten Blick so spektakulär.

Hiti Rau beispielsweise ist der Ort wo man einen kleinen Vulkankrater sieht, dessen rote Schlacke zur Herstellung der Pu Kao („Hut“/Haarknoten) verwendet wurde. Man sieht noch 23 zylinderförmige Prototypen der „Kopfbedeckung“ der Moai in ihrer ersten Herstellungsphase.

Ein Pu Kao kann schon mehrere Tonnen wiegen und wurde von dem Herstellungsort kilometerweit transportiert, um an dem Standort der Statuen gebracht zu werden.

Der größte Moai, der aus dem Vulkanstein herausgeschlagen, fertiggestellt und aufgerichtet wurde, wiegt 90 Tonnen und ist 11 Meter hoch, aber leider nicht mehr stehend vorzufinden, aber dennoch sehr beeindruckend.

Es gibt noch unzählige Höhlen, – entweder an den Steilklippen der Küste oder im Inneren der Insel – , Höhlen- und Felsmalereien und Petroglyphen zu besichtigen.

Unser fünftägiger Aufenthalt war weder zu kurz noch zu lang.

Um die verschiedenen Ziele anzusteuern und alle interessanten Dinge zu sehen, haben wir uns einen Motorroller ausgeliehen.

Man kann die Insel auch mit dem Auto, Fahrrad und Elektrofahrrad erkunden oder sich einer geführten Bustour anschließen.

Zu verschiedenen anderen Punkten kann man auch Pferdetouren machen oder wandern.

Es gibt auch die Möglichkeit die Insel vom Wasser aus zu sehen oder drüber zu fliegen.

Nahrungsmittel sind teurer als in Festlandchile, aber billiger als in Tahiti.

Politisch gesehen ist die Osterinsel eine von acht Provinzen der Region Valparaiso. Die Chilenen haben Tiefbrunnen gebohrt, Straßen asphaltiert – mehr oder weniger schlecht – und sorgen für eine medizinische und ökonomische Infrastruktur.

Allerdings wird auch eine massive Ansiedlungspolitik der chilenischen Regierung betrieben, mit dem Ziel die verbliebenen Polynesier zu einer Minderheit im eigenen Land zu machen, was auch Quantitativ der Fall ist.

Es gibt ein eigenes Parlament und eine Unabhängigkeitsbewegung, die mit verschiedenen Aktionen – wie beispielsweise die Besetzung der Start- und Landebahn des Flughafens – auf sich aufmerksam macht, die aber international nicht genug beachtet wird, um erfolgreich zu sein.

Im 16. und 17.Jahrhundert haben etwa 10 000 Menschen auf Rapanui gelebt. Durch Kriege, Entführung und Krankheiten – durch die Europäer eingeschleppt – hat sich die Zahl bis 1877 auf 111 Menschen reduziert!

Bis 1960 hat sich die Einwohnerzahl auf 1000 Menschen erhöht.

Bei der letzten Volkszählung 2012 haben 5806 Menschen auf der Insel gelebt, von denen aber nur knapp über die Hälfte polynesischen Ursprungs waren.

Man sieht zwar bei der Fahrt um die Insel an zwei Stellen Plakate und Fahnen auf denen die Unabhängigkeit gefordert wird, aber die meisten Touristen gehen oder fahren daran unbemerkt vorbei.

Wir konnten auch keinen Kontakt zu den „Separatisten“ herstellen. Es hätte uns sehr interessiert welche Bemühungen vorangetrieben werden und wie die Zeit nach der Unabhängigkeit von Chile aussehen soll.

Rapanui ist jedenfalls ein spannender, interessanter Ort auf diesem Planeten, dessen Ereignisse der Menschheit als Warnung gelten soll.

Wer mit sehendem Auge einem irren Kult um materielle Dinge und Macht hinterherläuft und dadurch sein einziges Habitat – den Planeten – zerstört, wird sich selbst und seines Gleichen auslöschen oder zumindest an den Rande des selbigen bringen.

Wir haben am 21. Februar die Insel verlassen und sind nach Santiago geflogen. Seitdem treiben wir in Festlandchile unser Unwesen und befinden uns mittlerweile ganz im Süden von Patagonien, in Punta Arenas.

Wir melden uns bald wieder bevor wir nach Argentinien aufbrechen. Beste Grüße von der Magellanstraße. Ahoi!

Tahiti, Moorea, Bora-Bora – Ohlala, ein wenig Frankreich im Pazifik; Inselhüpfen im Paradies; oder Trägheit in der Welt der Atolle

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Nachdem wir es endlich geschafft haben Vanuatu via Fidschi zu verlassen und eine Nacht in Auckland verbracht haben, sind wir von Neuseeland nach Französisch Polynesien geflogen und in der Hauptstadt Papeete gelandet, die sich auf der Insel Tahiti befindet.

Der Flughafen befindet sich an der Küste – mehr im Wasser als auf dem Land – man überfliegt den Rand des Atolls, das die Insel umgibt und wenn man landet, ist neben der Landebahn direkt der Ozean, der gefräßig an die Küste schwappt.

Wir wurden diesmal direkt am Flughafen empfangen, von unserem Gastgeber Teva, bei dem wir während unserer Zeit auf Tahiti wohnen konnten und den wir über Couchsurfing kennengelernt haben.

Unser neuer Freund war nicht nur reise- und übernachtungstechnisch ein absoluter Glücksgriff, sondern auch ein überaus freundlicher, großzügiger, hilfsbereiter und lieber Mensch, der uns vollkommen uneigenützig und begeistert seine Heimat gezeigt hat, die er wie kein Zweiter kennt.

Wir konnten bei Teva uns nicht nur wie zu Hause fühlen, sondern wurden während seiner freien Zeit – er arbeitet als Techniker für den lokalen Fernsehsender und musste oft Nachts arbeiten – überall hin hingefahren und haben fast ganz Tahiti gezeigt bekommen.

Papeete ist wie eine typische französische Hafenstadt. Alles scheint direkt und original aus Frankreich zu kommen. Selbst die Luft riecht französisch oder viel mehr europäisch.

Wir haben uns zwar nicht offiziell in der europäischen Union befunden, aber die Einwohner Französisch Polynesiens sind französische Staatsbürger und somit Unionsbürger und selbst nach politischen Reformen 2004/2005 ist Frankreich noch immer unter anderem für die Außenpolitik und die Grenzsicherung zuständig.
Am Flughafen wurde daher bei der Einreise nur kurz in den Pass geschaut.

Mittlerweile genießt Franzöisch Polynesien mehr Autonomie und steht sogar auf der Dekolonialisierungsliste der Vereinten Nationen.

Es gibt starke Bestrebungen zur völligen Unabhängigkeit von Frankreich, was aber einem ökonomischen Selbstmord entsprechen würde, da Frankreich und die EU Milliarden in Französisch Polynesien investieren.

Insgesamt scheint der Lebensstandard in dem Pazifikstaat recht hoch zu sein. Man verdient in etwa so viel wie in Frankreich, arbeitet aber recht entspannt und lebt in einer der schönsten Landschaften des Planeten.
Armut ist in den Straßen Papeetes sichtbar. Es gibt Bettler und Obdachlose. Man hat uns gesagt, dass es keine Sozialsysteme wie in Frankreich gibt.
Außerhalb der Städte – auch auf den anderen Inseln – ist die Armut weniger sichtbar, aber wohl auch vorhanden. Viele Menschen leben aber auch bewusst in einfachen und bescheidenen Verhältnissen, weil sie wenig zum Leben brauchen.
Viele Polynesier vermieten ihr Grund und Boden auch an Europäer oder Amerikaner und leben von den Mieteinnahmen.
Das Land wird in Französisch Polynesien nicht veräußert, sondern nur verpachtet. Oft sind die Familien sehr groß und viele Partien sind Vertragspartner. Selbst die großen Hotelketten haben ihre Häuser auf gemietetem Land stehen.
Es scheint so, als ob es sich recht gut in dem Inselstaat leben lässt. Der einzige Nachteil ist die große Abgeschiedenheit. Jedes andere Land ist tausende Kilometer entfernt und man muss fliegen wenn man irgendwo hin will.

Papeete war auch nicht nur in einem gewissen Sinne für uns als ob wir in Frankreich wären, sondern hat uns noch viel stärker an Europa im Allgemeinen erinnert.

Es ist schwer zu beschreiben und vielleicht nicht leicht zu verstehen wenn man nicht so lange fort war aus Europa, aber wir haben mitten im Pazifik uns auf eine gewisse Art und Weise „zu Hause in Europa“ gefühlt.

Wir waren über 1,5 Jahre in Asien unterwegs und danach nochmals über ein Jahr im australischen Raum. Beide Weltgegenden sind eigene Kulturkreise und sehr verschieden zur europäischen Kultur. In Papeete haben wir uns zum ersten Mal wieder wie in Europa gefühlt. Alles hat sich vertraut angefühlt.

Selbst das Licht der Straßenlaternen, die Polizeisirenen, die Art und Weise wie man in Kneipen und Imbissen bedient wird, die Supermärkte, alles war uns irgendwie vertraut und bekannt.

Ein neues altes Gefühl.

Tahiti ist die größte und einwohnerreichste Insel Französisch Polynesiens und gehört zum Archipel der Gesellschaftsinseln.

Insgesamt gibt es fünf Hauptarchipele: Gesellschaftsinseln, Tuamotu-Archipel, Marquesasinseln, Austral-Inseln und Gambierinseln.

Dabei verteilen sich 4 000 Quadratkilometer Landfläche auf 4 000 000 Quadratkilometer Wasserfläche.

In Papeete findet man hauptsächlich französischen Einfluss. Die Yachthafen und Marinas erinnern an Cannes, Nizza und andere Jet-Set-Orte an der Cote d’Azur.

Die „Traumstrände“ der Südsee sucht man aber vergeblich in Tahiti.

Trotzdem gibt es schöne Strände zum Schnorcheln, Planschen und Surfen und die Aussicht von der Küste auf die dicht bewachsenen Berge der Inseln sind genial. Die höchsten Gipfel liegen über 2000 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Insel ist hauptsächlich im Norden und Westen besiedelt und auch nur entlang eines schmalen Küstenstreifens. Das Innere der Insel ist unbewohnt und von dichter tropischer Vegetation bewachsen.

Nachdem wir einige Tage bei Teva verbracht und so gut wie alles Interessante besichtigt haben, sind wir mit der Fähre nach Moorea gefahren.

Diese Insel liegt in Sichtweite Tahitis, nur knapp 17 Kilometer entfernt, aber ist schon total anders als ihre große Schwester.

Hier findet man weiße Sandstrände und Lagunen, wo man mit Rochen und Riffhaien schnorcheln kann.

Das Gebirge, welches die Insel durchzieht, schafft ein wunderbares Panorama, welches am Besten vom Wasser aus sichtbar ist.

Die Insel hat auch ein paar „Luxusressorts“, die mit Überwasserbungalows zahlungskräftige Kundschaft anlocken.

Während man auf Tahiti – vor allem im Großraum Papeete – noch nah an allen Annehmlichkeiten und Einkaufsmöglichkeiten ist, verhält es sich auf Moorea schon anders.

Obwohl auf der Insel fast 16 000 Menschen leben – die meisten arbeiten in Papeete und pendeln mit der Fähre täglich „aufs Festland“ – gibt es nur ein Supermarkt und sonst auch kaum etwas, was man auf Tahiti überall findet.

Nach ein paar Tagen in diesem ruhigen Idyll, war es schon recht hektisch und stressig nach Tahiti zurückzukommen.

Von dort aus sind wir nach Bora-Bora geflogen.

Eigentlich hatten wir vor mit der Fähre von Tahiti zu zwei weiteren Inseln ( Raiatea und Tahaa) innerhalb des Archipels zu fahren, aber leider wurde der Fährverkehr eingestellt und somit mussten wir uns für nur eine Insel entscheiden.

Wir wollten uns davon überzeugen ob Bora-Bora wirklich ihrem Ruf als schönste Insel des Pazifik gerecht wird.

Bei unserem Hinflug nach Bora-Bora haben wir in Moorea nochmals einen Zwischenstop eingelegt und dadurch Moorea aus der Vogelperspektive sehen können.

Auch bei dem weiteren Flug hatten wir super Wetter und konnten somit beim Landeanflug auf Bora-Bora ungehindert auf die Insel und das umgebende Atoll sehen. Die vielen Motus (Koralleninseln) umgeben die Hauptinsel in einer Ringform.

Dazwischen befindet sich türkis-blaues Meer.

Der Flughafen befindet sich auf einem Motu und man wird anschließend mit dem Katamaran auf die Hauptinsel transportiert, wobei man schon herrliche Ausblicke genießen kann.

Auch auf Bora-Bora haben wir über „Couchsurfing“ einen Joker gezogen und konnten in einem eigenen Gardenbungalow wohnen und die Küche des Haupthauses benutzen, das einem französischen Geschäftsmann gehört, der schon knapp 20 Jahre in französisch Polynesien lebt und im Lebensmittelgewerbe sein Geld verdient.

Alex hat uns gleich am ersten Abend einige schöne Strände und Aussichtspunkte gezeigt und wertvolle Tips gegeben.

Die nächsten Tage waren wir recht faul und haben ein paar Tage Strandurlaub gemacht.

Das ist auch so das einzige was man in diesem Inselparadies machen kann.

Bora-Bora ist wunderschön, aber früher oder später wird man „verrückt“ und bekommt den Inselkoller, weil man einfach nichts zu tun hat. Das ist der Nachteil an diesem Paradies.

Wir haben uns einige Luxusressorts vom Wasser und vom Land aus angeschaut und mit Alex und seinen Kindern auch einen Bootsausflug gemacht.

Dabei konnten wir feststellen, dass die Ressorts zwar allesamt teuer bis sauteuer sind, aber von ihrer Lage und ihrem Ambiente teilweise riesige Unterschiede aufweisen.

Manche Ressorts sind lediglich teuer, aber bieten keinerlei schöne Sicht auf die Lagune oder die beiden Doppelberge der Hauptinsel.

Alle Ressorts zeichnen sich durch die berühmten Überwasserbungalows aus, die aber hauptsächlich vom Wasser oder der Luft schön anzuschauen sind.

Natürlich sind sie zwar „luxeriös“ ausgestattet, aber bieten Dinge an, die wir beispielsweise für völlig unnötig erachten würden.

Die Hauptreisegruppe sind frisch Verheiratete (neudeutsch: „Honeymooner“) und Chinesen.

Man kann nicht viel auf Bora-Bora machen, und alles was man unternehmen kann gibt es auf den anderen Insel günstiger.

Trotzdem war es für uns schön einmal dort gewesen zu sein und noch schöner, dass wir das ganze für fast umsonst hatten.

Wir haben mal wieder feststellen können, dass Luxus und Reichtum goldene Käfige sind, in denen man früher oder später verrückt wird.

Französisch Polynesien erkundet man – viel mehr noch als andere pazifische Inselstaaten – am Besten mit dem (eigenen) Boot.

Die abgelegeneren Archipele sind immer noch am Ursprünglichsten und bieten eine lebendige polynesische Tradition und Kultur.

Ein wichtiger Wirtschaftszweig neben dem Tourismus ist die Herstellung, Verarbeitung und Verkauf von Perlen.

Die tahitianischen Perlen sind bekannt für ihre schwarze Färbung und werden in unterschiedlichsten Klassen gehandelt. Die größten und der Form her perfektesten Perlen sind auch die teuersten.

Es zeigt sich aber auch, dass die Perlen in Bora-Bora beispielsweise um ein vielfaches teurer verkauft werden als beim gleichen Juwelier in Papeete, allein aus dem Grund heraus, weil die Kundschaft in Bora-Bora im Durchschnitt zahlungskräftiger ist und mehr bezahlen will.

Dadurch dass mehr Perlen verkauft als hergestellt werden, kommen viele Perlen mittlerweile aus China und viele Perlen haben einen „Plastikkern“ und dadurch bedingt eine dünnere Schicht. Das lässt sich allerdings nur mit einer Röntgenaufnahme feststellen, die immer häufiger angeboten wird, da die vielen unterschiedlichen Qualitätszertifikate nicht viel Aussagekraft besitzen, da keine einheitlichen Richtlinien herrschen.

Mit anderen Worten: Es ist sehr wahrscheinlich, dass man beim Perlenkauf auf die eine oder andere Weise verarscht wird und es ist schwierig dem entgegen zu wirken.

Unsere Aufenthalt auf den Gesellschaftsinseln war definitiv anders als in den bisher bereisten Ländern. Die Inseln waren zwar sehr schön, aber es gab wenig zu tun und das Leben und die Menschen erinnern sehr stark an Europa.

Dennoch war der „Zwischenstop“ in diesem Teil des Pazifiks interessant, weil er gezeigt hat, wie unterschiedlich das Leben im Paifik sein kann und dass es dennoch kulturelle Gemeinsamkeiten gibt und auch der Lebensrythmus ähnlich ist wie in anderen Ländern in diesem Teil der Welt.
Nachdem wir 2 Wochen in Französisch Polynesien verbracht haben, sind wir mit der chilenischen Airline LAN nach Rapanui, besser auch bekannt als „Osterinsel“, geflogen.

Vanuatu – von Kannibalen, Urwalddörfern, Twinottern, Tänzen auf dem Vulkan und Wahlkampf; oder vom Reisevergnügen auf den „Neuen Hebriden“

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Nachdem wir um einige Tage verspätet aus Fidschi kommend auf dem Bauerfield International Airport in Vanuatus Hauptstadt Port Vila gelandet sind und einige Stunden auf dem Boden des Flughafengebäudes verbracht haben, sind wir mit einem Sammelbus in die Stadt gefahren und haben an einer Einfallstraße ein Zimmer in einer chinesischen Pension bezogen.

Das kleine Hotel war recht günstig verglichen mit den sonstigen Preisen für Übernachtungskosten in Port Vila.

Die Hauptstadt des Inselstaates Vanuatu – welcher früher als „Neue Hebriden“ bekannt war – liegt auf der Insel Efate und ist mit dem Flugzeug in 3 Stunden von Australiens Ostküste zu erreichen und in etwa 4 Stunden von Auckland/Neuseeland.

Das Land wurde, wie viele Länder im Pazifik, erst von europäischen Händlern und Walfängern „entdeckt“ und nachdem Handelsstützpunkte gegründet waren, kamen die Missionare.

Viele von ihnen – leider nicht alle – wurden zwar von den Einwohnern direkt erschlagen und verspeist, aber trotzdem konnten sie mit billigen Zaubertricks, Lügen und anderen Versprechen ihren Einfluß ausbauen und die meisten Menschen zum Christentum bekehren, sprich sie verderben und ihren kulturellen Hintergrund zerstören.

Nachdem das infernalische Duo bestehend aus Wirtschaft und Religion schon Vorarbeit geleistet hatte, kamen dann die schlimmsten Verbrecher in die jeweiligen Länder: Soldaten und Politiker der europäischen Mächte.

In Vanuatu hat sich dieses Spiel in etwas abgewandelter Form wiederholt. Nachdem der Einfluß der Deutschen in dieser Gegend (Solomonen, Neuguinea) vor dem 1.Weltkrieg stärker wurde, haben sich Frankreich und England dazu entschieden, die „Neuen Hebriden“ gemeinsam zu verwalten.

Dieses Kondominium – von Kritikern zurecht auch als Pandämonium bezeichnet – hatte sehr bizarre Auswirkungen. Beispielsweise wollten beide Länder ihre jeweiligen Normen und Gesetze durchsetzen. Was beispielsweise bei der Verkehrsführung problematisch wurde, da die Engländer auf der linken Straßenseite fahren wollten und die Franzosen auf der rechten.

Nachdem man sich einige Jahrzehnte damit begnügt hat das Land gemeinsam auszubeuten und Herrschaft auszuüben, wurde dann in den 1960er Jahren Unabhängigkeitsbestrebungen stark und Vanuatu wurde 1980 in die Unabhängigkeit entlassen.

Seitdem ist es wirtschaftlich vor allem von Australien und Neuseeland abhängig.

Der größte Devisenbringer sind Einnahmen aus dem Tourismus, gefolgt von dem Export von Kopra, Vanille und Kokosöl.

Außerdem wird Offshorebanking betrieben und einige tausend Ni-Vanuatu – so die Selbstbezeichnung der Einwohner des Inselstaates – dürfen jährlich einige Monate nach Australien und Neuseeland, um dort als Erntehelfer auf Gemüse- und Obstfarmen zu arbeiten.

Während des 2.Weltkrieges wurde auf Espiritu Santo (oder kurz: Santo) eine amerikanische Militärbasis gebaut, die zeitweilig von hunderttausend amerikanischen Soldaten und Militärangehörigen bewohnt wurde.

Man hat aus dem Dschungel eine Stadt gestampft, mit mehreren Flughäfen, Krankenhäusern, Kinos und unzähligen anderen Einrichtungen, die für das Wohlbefinden und Vergnügen der Soldaten sorgen sollte.

Nachdem der Krieg vorbei war, haben die Amerikaner schnell gemerkt, dass sie es wie so oft völlig übertrieben hatten und waren sich im Klaren darüber, dass der Rücktransport von Material und Ausrüstung in die Staaten zu teuer wird.

Man hat dem französisch-britischen Kondominium angeboten die Ausrüstung, Waffen, Fahrzeuge und vieles mehr abzukaufen.

Die „Kolonialherren“ waren sich der Lage der Amerikaner bewusst und haben darauf spekuliert das ganze Zeug „für umme“ zu bekommen, sich dabei aber verspekuliert und die Rechnung ohne den Wirt – in diesem Falle der amerikanischen Regierung – gemacht.

Amerika hat sich dann dazu entschieden Ausrüstung ( 9 Millionen Tonnen) im Wert von 4 Milliarden US-Dollar….im Meer zu versenken!

Die Baumaschinen, Kleider, Geschirr und viele andere zivile Güter (90% der Ausrüstung waren nicht militärischer Art) wurden von der US-Navy im Meer vor Santo versenkt. Die Arbeit hat zwei Jahre gedauert und anschließend war man sogar so gründlich die Rampen zu sprengen, dass man auch ja nichts aus dem Meer zurückholen kann.

Einige hundert Meter weiter liegt der ehemalige Truppentransporter SS President Coolidge, der auf zwei Seeminen gelaufen, Leck geschlagen und untergegangen ist. Das fast 200 Meter lange – ursprünglich ein Kreuzfahrtschiff – stählerne Ungetüm ist heute eines der besten Tauchwracks der Welt.

Wir waren leider nur zwei Tage auf Santo, deswegen konnte ich nicht tauchen und mir selbst ein Bild davon machen.

Aber der Reihe nach.

Nachdem wir also in Vanuatus Hauptstadt Port Vila angekommen waren und alle Sehenwürdigkeiten der Stadt angeschaut hatten – es gibt nicht wirklich viele und auch der Rest der Insel Efate ist mehr für australisch-neuseeländische Ressorttouristen – haben wir uns dafür entschieden die anderen Inseln mit dem Flugzeug zu besuchen.

Air Vanuatu bietet täglich viele Flüge zu den anderen Inseln des Landes und auf Grund unseres beschränkten Zeitrahmens und der recht rauen See (Zyklonsaison) haben wir uns gegen weitere Fährabenteuer entschieden und gleich mehrere Flüge auf die verschiedenen Inseln gebucht.

Insgesamt sind wir 8 mal mit einer kleinen Twinotter gestartet und gelandet. Alle Flüge waren sehr spannend (vom optisch-szenischen Standpunkt aus betrachtet) und wir konnten den PilotInnen fast auf dem Schoß sitzen und alles genau beobachten.

Manchmal trudelt die kleine Twinotter wie ein besoffener Kanarienvogel im Wind, aber eigentlich nur ein wenig bei der Landung, wenn man in tiefere Luftschichten eintaucht.

Natürlich haben wir neben Menschen und Gepäck auch Lebensmittel transportiert und einmal hatten wir sogar Hühner mit im Flugzeug, die aber in den Gepäckklappen verstaut wurden.

Unser erster Flug hat uns von Efate nach Malekula gebracht. Nach einem ersten Zwischenstop im Süden der Insel sind wir in Norsup gelandet.

Der Flugplatz von Norsup hat sogar eine „Landebahn“ aus Bitumen,wohingegen manch anderes „Airfield“ nur aus einer Wiese besteht.

Das kleine „Flughafengebäude“ wurde auf Grund von Landstreitigkeiten vor ein paar Jahren angesteckt und ist seitdem nur noch eine Ruine. Lediglich das „Office“ und die Toiletten haben ein Blechdach bekommen.

Wir haben eine Unterkunft wenige Meter vom Flugplatz gefunden.

Leider haben wir erst im Nachhinein festgestellt, dass man in Vanuatu auch in Dörfern bei der Einheimischen Bevölkerung Übernachtungsmöglichkeiten findet, sodass man sich teurere Unterkünfte sparen kann und einen stärkeren Kontakt zu den Dorfbewohnern bekommt.

Wir haben allerdings auch so sehr viele interessante, liebe und hilfsbereite Ni-Vanuatu kennengelernt und für einen ersten Aufenthalt gute und interessante Erfahrungen gemacht.

Malekula ist für seine beiden Volksgruppen die „Small“ und „Big Nambas“ bekannt, die unterschiedliche Bräuche („Kastom“) leben und früher wenig Kontakt hatten und wenn hat dieser kulturelle Austausch im Kochtopf sein Ende gefunden.

Beide Stämme waren nämlich gefürchtete Kämpfer und Kannibalen.

Man kann heute noch einige „Kannibalen-Küchen“ (rituelle Opferplätze) besichtigen und in den jeweiligen Dörfern traditionelle Tanz-und Kulturveranstaltungen besuchen.

Bis vor 40 bis 50 Jahren wurden noch recht häufig Menschen gegessen. Es wird sogar kolportiert, dass Anfang der 1990er Jahre ein „Small Namba“ Ehepaar von „Big Nambas“ verspeist wurde. Die Überreste der beiden waren regelrecht filletiert worden.

Der Name der beiden Volksgruppen kommt von ihren Penisfutteralen, wobei bei einer Gruppe der Köcher größer ist als bei der anderen, was aber laut Aussage der jeweiligen Angehörigen der Stämme keinen Rückschluss auf den Inhalt liefert.

Wir haben Dörfer von „Small“ und „Big Nambas“ besucht und die jeweiligen traditionellen Tänze gesehen. Natürlich wurden diese speziell für uns aufgeführt und wir haben dafür bezahlt. Allerdings wird damit nicht nur eine ganze Großfamilie oder sogar ein Dorf mit Geld versorgt, sondern die Tänze werden gelehrt und weitergegeben und geraten nicht in Vergessenheit.

Der Einfluss der meist protestantischen Freikirchen, hat viele Rituale und Bräuche ausgelöscht, manche leben allerdings weiter und werden nicht für Touristen aufgeführt, sondern spielen eine große Rolle in der sozialen Kontexten der Dörfer.

Während unseres Aufenthaltes in Malekula haben wir auch mehrere Linguisten getroffen, die für die Leibnizgesellschaft oder andere Institute und Organisationen die Sprachen schriftlich festhalten und erforschen. Allein auf Malekula werden 30 verschiedene Sprachen gesprochen.

Insgesamt gibt es über 110 Sprachen in dem Inselstaat und damit die höchste Sprachendichte der Welt.

Während der Kondominium Zeit ist Bislama entstanden, eine Kreolsprache, die heute noch als Lingua Franca fungiert.

Englisch und Französisch sind immer noch offizielle Sprachen, aber werden nur von Leuten gesprochen, die viel mit Touristen zu tun haben.

Früher haben sich die Bewohner der verschiedenen Inseln, die keine gemeinsame Sprache hatten mit Sandzeichnungen verständigt, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wurden.

Malekula bietet viele interessante kulturelle Möglichkeiten und einige interessante Trekkingrouten, für die man aber allesamt einen Guide braucht. Teuer – und sehr anstrengend – ist der Transport auf Pickups über die staubigen Sandstraßen der Insel, die mit Schlaglöchern durchzogen sind.

In Malekula haben wir auch einige neue Erfahrungen mit Kava gemacht.

Bisher – in Tonga und Fidschi – war der Kava(genuss) eher wirkungslos geblieben. Über den Kava in Vanuatu haben wir schon öfters gehört, dass es sich um den stärksten Kava im Pazifik handelt.

In Malekula haben wir uns auf die Suche nach einer Kava-Bar gemacht und in unserem Dorf gab es gleich mehrere.

Man erkennt die Kava-Bars in Vanuatu an roten oder grünen Glühbirnen, die wenn sie leuchten, signalisieren, dass der Kava fertig ist und die „Bar“ geöffnet hat.

Als Bar dient meist ein Tresen in einer Bambushütte, eine große Plastikschüssel und Kokosnussschalen, aus denen getrunken wird.

Für 100 Vatu (ca. 80 Eurocent) gibts eine große Schale, für 50 Vatu eine Kleine. Man trinkt das Gebräu am Besten in einem Zug runter. Man sollte nicht auf komplett leeren Magen trinken, aber auch nicht vorher gegessen haben.

Nach dem Trinken empfiehlt es sich wenn man den Mund ausspült und gurgelt. Da die „Bars“ meistens im Freien sind, kann man überall in die Büsche spucken.

Man ist etwas lichtempfindlich – deswegen wird erst nach Sonnenuntergang getrunken – und manchmal hat man ein verstärktes Redebedürfnis. Zumindest ist Kava ein „soziales Getränk“.

Der Gang zurück in unsere Hütte war leicht schwankend.

Am nächsten Abend sind wir wieder in die Bar – der junge Kerl, der die Bar betreibt war sehr freundlich und wir haben uns gut unterhalten – aber diesmal hat er das Gebräu viel stärker gemacht, um uns die Wirkung des Kava zu zeigen.

Diesmal haben wir deutlich länger für den Rückweg gebraucht und am nächsten Morgen waren wir noch sehr müde.

Während unseres Aufenthaltes in Vanuatu hat sich das Land im Wahlkampf befunden.

Da mehrere Minister und Abgeordnete wegen Korruption und Vorteilsname verurteilt und ins Gefängnis geworfen wurden, hat der Präsident die Regierung und das Parlament aufgelöst und Neuwahlen anberaumt. Zur Zeit unseres Besuches war der Wahlkampf auf dem Höhepunkt angelangt und an einem Freitag haben die Neuwahlen stattgefunden.

Es gab allerdings noch kein Ergebnis – natürlich wurden alle Stimmen ausgezählt – was die Regierungsbildung angeht.

Eines hat sich aber schon deutlich gezeigt. Auch in Vanuatu versuchen fremde Staaten durch wirtschaftliche Entscheidungen Einfluß auf die Regierungsbildung auszuüben.

Wenige Tage nach der Wahl hat Air Newzealand, Quantas und kurz darauf auch Virgin Air entschieden Port Vila nicht mehr anzufliegen, da sie Sicherheitsbedenken bezüglich der Landebahn geäußert haben.

Der eigentliche Grund dürfte aber wohl darin zu finden sein, dass der vorherige Regierungschef einem chinesischen Konsortium aus Shanghai den Zuschlag für den Ausbau des Internationalen Flughafens erteilt hat und nicht der Weltbank. Die regionalen Mächte Neuseeland und Australien versuchen jetzt auf diesem Wege wieder wirtschaftlichen Einfluß geltend zu machen und den Chinesen eine Strich durch die Rechnung zu machen.

Da die meisten Touristen aus Neuseeland oder Australien stammen oder zumindest von dort Anreisen, ist der Boykott der Airlines ein gutes Druckmittel, um die eigenen wirtschaftlichen Interessen in der Politik Vanuatus zur Geltung zu bringen. Ein möglicher Kanditat für das Amt des Premierministers hat schon seine Karten offengelegt – ein Tag nach Ankündigung des Anflugstops – und verlautbaren lassen, dass er mit der Weltbank kooperieren würde.

Es wird sich zeigen wer den längeren Atem hat.

Die neue Boeing von Air Vanuatu ist mittlerweile in Port Vila eingetroffen. Solomon Air und die Fluglinie aus Papua Neuguinea fliegen mit ihren Jets weiterhin Port Vila an.

Die Anreise aus Fidschi und Neukaledonien erfolgt mit kleineren ATR 72 Maschinen.

Nachdem wir in Malekula interessante Erfahrungen machen und kulturelle Bräuche und Tänze sehen konnten, sind wir für 2 Tage nach Santo gereist.

Der kurze Verlegenheitsaufenthalt war durch den Flugplan bedingt, aber dennoch recht interessant.

Wir waren am Million Dollar Point schnorcheln.

Bei Ebbe sieht man zahllose Überbleibsel der Amerikaner am Strand. Es sieht ein wenig so aus, als ob ein moderner Künstler Plastiken und Installationen am Strand ausgestellt hätte. Überall ist verrostetes Metall mit Glas, Plastik und Stoff zu skurillen Formen vermengt und man findet viele Coca-Cola Flaschen oder zumindest Scherben. Ganze Flaschen werden auf den Märkten und in manchen Souvenirläden zum Kauf angeboten.

In Luganville stehen noch zahlreiche Flugzeughangas, die als Wohn- und Arbeitstätten umfunktioniert wurden.

Sonst hat die Stadt nicht viel zu bieten. Es handelt sich zwar um Vanuatus zweitgrößte Stadt – und die amerikanische Militärbasis war früher nach Pearl Harbour auf Hawai die größte und wichtigste im Pazifik – aber dieser Titel täuscht.

Büros, Geschäfte und Behörden findet man an der Durchgangstraße. Ebenso einige Unterkünfte, Supermärkte, Geschäfte und Restaurants.

Ein längerer Aufenthalt auf Santo wäre bestimmt interessant gewesen, aber wir hatten andere Pläne.

Einige sogenannte Touristenattraktionen waren auf jeden Fall überteuert. Aber allgemein wären manche Dörfer und abgelegenen Siedlungen recht spannend gewesen.

Wir sind über Port Vila nach Ambrym geflogen und dort in einem kleinen Bungalow in einem Dorf nahe Craig Cove untergekommen.

Der Dorfchef Sam hat zugleich auf dem kleinen Flugfeld gearbeitet, das 3 mal die Woche angeflogen wird.

Ambrym ist unverkennbar vulkanischen Usprungs.

Unser Hauptziel waren die Vulkane Mount Benbow und Mount Maroum.

Allerdings haben wir uns auch eine kulturelle Tanzvorführung in einem Dorf angeschaut. Im Gegensatz zu Malekula kommen nur sehr wenige Touristen und Besucher nach Ambrym. Dementsprechend lebendiger sind die Tänze und der Spirit ist viel stärker.

Auf Malekula waren die Tänze auch sehr lebendig und beeindruckend, aber auf Ambrym war das ganze nochmals viel stärker und lebendiger.

Auf Ambrym gibt es mehr oder weniger nichts.

Die Menschen leben in Häusern und Hütten aus Palmen, Pandanussmatten und anderen Naturprodukten. Sie bauen fast alle Lebensmittel selbst an, halten ein paar Hühner und Schweine – welche eine sehr große Rolle in der Gesellschaftsstruktur spielen – und versorgen sich zum Großteil selbst.

Straßen sind nicht wirklich vorhanden, lediglich eine Piste verbindet den östlichen und den westlichen Teil der Insel. Nach Norden kann man nur mit dem Boot fahren, was mehrere Stunden dauert.

Fähren und Versorgungsschiffe legen nur selten und unregelmäßig an.

Es gibt ein Flugfeld im Osten und eines im Westen der Insel.

Es gibt vier Wege auf die Vulkane.

Ein Weg startet von dem Dorf Lalinda oder Port Vatu, welches sich auf halbem Weg zwischen Craig Cove (Westen) und Ulei/Endu (Osten) befindet.

Der Weg ist beschwerlich, anstrengend und verlangt einem viel ab.

Man hat einen Guide und pro Person einen Träger. Man läuft durch ausgetrocknete Bachbetten, kraxelt über Felsen und schlägt sich durch dichtesten Dschungel, den der Guide mit der Machete ein wenig freischlägt.

Man braucht eigentlich vier bis fünf Stunden. Wir waren nach 3,5 in der Ascheebene, die sich abrupt vom Dschungel abhebt.

Die Szenerie ist surreal und man meint man wäre auf einem anderen Planeten.

Nachdem wir das Basislager – am Rande der Ascheebene – erreicht haben (eine Ansammlung aus Palmhütten, inklusive Kochstelle, Regenwassertank und Buschtoilette) haben wir uns gestärkt. Unser Guide hat uns Palmherz gekocht, Reis, Brot und Kekse.

Dann sind wir los.

Insgesamt waren wir nochmals 5 Stunden unterwegs.

Der Weg führt durch die Ascheebene, erstarrte Lava, die Flanke zum Mount Benbow hinauf.

Man läuft auf wirklich schmalen Graden.

Es ist super anstrengend, regnet und wird kühler.

Zum Glück scheint nicht die Sonne, die würde die Ascheebene in eine „Todesstrecke“ verwandeln.

Wenn man den Kraterrand erreicht, hört man bereits das Toßen und Zischen der Lava. Jetzt muss man nochmals 300 Meter absteigen. und durch eine Ebene laufen bis man an einem zweiten – tiefer gelegenen Krater – den Lavasee sehen kann.

Ausgerechnet jetzt ziehen Wolken auf, es regnet stärker. Unser Guide entscheidet sich gegen einen Abstieg in den Krater.

Wir steigen in die andere Richtung ab und laufen Richtung Mount Maroum.

Wir laufen lange.

Es ist sauanstrengend.

Unser Guide erzählt uns, dass er im März 2015 während des Ausbruchs eines neuen Vulkans hier war. Die Australierinnen die er begleitet hat, hätten geweint vor Angst.

Die Lava ist geflossen und Asche hat vom Himmel geregnet.

Der Kerl ist völlig verrückt.

Wir gehen weiter. Unser Weg führt uns an dem neuen Vulkan vorbei. Giftige, ätzende Dämpfe ziehen an uns vorbei.

Plötzlich stehen wir am Rand des Maroum-Kraters.

Wir blicken in die Hölle.

Unter uns befindet sich ein Lavasee. Ein falscher Schritt, ein Schritt zu viel und man stürzt ab.

Vielleicht nicht direkt in die Lava, aber sehr tief und steil und die Hitze ist auch schon hier oben zu spüren.

Während wir dort stehen, erzählt uns der Guide, dass bei besagtem Ausbruch im März die Ostflanke des Kraterrandes abgebrochen und in die Tiefe, in die Lava gestürzt ist.

Dort hätten Leute stehen können.

Die beiden Australierinnen hätten damals wieder zu weinen und schreien angefangen und wären weggerannt.

Er meint, sie würden das niemals vergessen. Bestimmt hat er Recht.

Es muss einmalig und unbeschreiblich sein, bei einem Vulkanausbruch, wenn Lava auströmt, dabei zu sein und keinen Schaden zu nehmen.

Uns genügt der Blick in die zischende, blubbernde Hölle. Unbeschreiblich dieses „Innere des Planeten“ zu sehen.

Die Landschaft um uns herum ist so fremd, verstörend und schön. So könnte es auf dem Mars aussehen. So hat dieser Planet vor Jahrmillionen überall ausgesehen.

Die Lavaseen in Ambrym sind wenige weltweit, die man permanent bestaunen kann.

Möglich ist das noch auf Hawai, im Kongo, Äthiopien und der Antarktis.

Vanuatu erscheint uns im Vergleich zu den anderen Optionen geradezu ideal.

Es gibt noch mehr Lavaseen. Viele findet man durch Beobachtungen aus dem All. Andere sind aufgebrochen und wieder verschwunden.

Der Aufsteig war auf jeden Fall lohnenswert und einmalig.

Nach einer kurzen Nacht im Zelt im Basislager, sind wir am nächsten Morgen ganz früh abgestiegen. Der Weg zurück war noch anstrengender und mühseliger.

Durch den Regen war ein wenig Wasser im Bachbett. Die Steine und Felsen waren verdammt rutschig.

Unser Guide musste noch mehr mit seiner Machete den Weg freihacken.

Er ist übrigens die gesamte Strecke in Flip-Flops gelaufen….mühelos versteht sich.

Es gibt mehrere Optionen für die Vulkantour.

Man kann auch zwei Nächte auf dem Vulkan verbringen oder von Norden kommend die Ebene durchqueren.

Alle Optionen sind interessant, aber es fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Teilweise ist der längere Transport mit Truck und/oder Boot recht teuer und beschwerlich.

Wer in Vanuatu ist, sollte sich auf jeden Fall überlegen die Kosten und Mühen zu investieren.

Wenn man nicht so fit ist, kann man auf der Insel Tanna den Mount Yasur besichtigen.

Dort kann man mit dem Jeep so weit hochfahren, dass man nur noch 10 Minuten laufen muss.

Viele Australier, Neuseeländer und Amis sind dort. Vor allem alte Leute.

Man sieht allerdings keine Lava, sondern nur eine Art „Feuerwerk“ in der Dunkelheit, wenn kleinere Ausbrüche stattfinden.

Ambrym ist uf jeden Fall einmalig.

Auch sonst ist die Insel sehr interessant und vermittelt ein guten Einblick in das Leben der Ni-Vanuatu.

Allgemein haben wir im Pazifik viele Menschen getroffen, die es als erstrebenswert betrachtet haben, in Australien oder Neuseeland zu leben oder zumindest diesen Lebensstandard nachzuahmen.

In Vanuatu haben wir einige Menschen gesprochen und kennengelernt, die ganz anderer Meinung sind.

Sie waren zwar schon in besagten Ländern, haben dort sogar gearbeitet und Geld verdient, finden das einfache Leben in Vanuatu aber besser.

„Eigentlich brauchen wir hier kein Geld“ haben wir ein paarmal gehört. Ebenso die Aussage „Man findet hier alles zum Leben“. Beides trifft auf Vanuatu zu. Man muss damit allerdings aufgewachsen sein oder zumindest einiges können, um in der Natur zu überleben. In Vanuatu können die Menschen das und sind damit auch ziemlich glücklich.

Geld braucht man, um sein Handy aufzuladen oder in die Hauptstadt zu fliegen. sonst brauchen die Menschen wirklich kaum bis gar kein Geld.

Es gibt in Vanuatu übrigens sehr schön Holzschnitzereien. Von kleinen Figuren und Keulen bis hin zu großen Schlitztrommeln und Figuren. Leider kann man nicht alles im Rucksack mitschleppen wenn man noch einige Länder und Kontinente bereisen will.

Wenn wir nochmal kommen, dann mit eigenem Schiff oder wir mieten einen Überseecontainer und verkaufen die Sachen in Europa.

Generell ist Vanuatu in vielen Dingen sehr eigen und speziell.

In Pentecost – das ist die Insel wo das „Bungeejumping“ in gewisser Weise erfunden wurde und wo von April bis Juni Männer mit Lianen an den Beinen von selbstgebauten Türmen teilweise bis zu 30 Meter in die Tiefe springen und mit ihrem Oberkörper den Erdboden berühren ohne sich zu verletzen – herrscht noch immer der traditionelle Tauschhandel und eine spezielle Bank garantiert für jeden Gegenstand oder aber auch für immaterielle „Dinge“ wie beispielsweise „Ratschläge“ oder „Geschichten“ einen Gegenwert in Vatu. Somit besitzt jeder Einwohner der Insel etwas, das konvertierbar in Geld ist.

Die Menschen in Vanuatu sind einmalig freundlich und hilfsbereit und Fremden gegenüber in höflicher Weise neugierig.

Wir haben uns durchgehend wohl und willkommen gefühlt und nicht nur wegen des Geldes wegen, sondern weil wir Interesse für ihre Traditionen und Kultur gezeigt haben.

Beinahe hätte es 1980, wenige Tage vor der Unabhängigkeit von Großbritannien und Frankreich, eine Abspaltung einiger Inseln gegeben. Der legendäre Jimmy Stevens, der Anführer der Nagriamelbewegung – die wieder politisch aktiv ist – hätte beinahe erfolgreich die sogenannte Kokosnussrevolution durchgeführt, wenn nicht Truppen aus Papuaneuguinea die Speere und Pfeile beschlagnahmt hätten und die Bewegung niedergeschlagen hätten.

Mal schauen wohin Vanuatu in die Zukunft geht. Zum Glück für Land und Menschen gibt es keine Bodenschätze. Damit gibt es auch kein großes Interesse von multinationalen Konzernen oder fremden Staaten, das Land auszubeuten oder in einen Krieg zu stürzen.

Fast jeden zweiten Tag legt in Port Vila ein Kreuzfahrtschiff aus Australien, Neuseeland oder den USA an und in der ganzen Stadt gibt es Duty Free Läden, wo es billig Zigaretten, Alkohol und Luxusgüter zu kaufen gibt.

Die Kreuzfahrttouristen bleiben zum Glück nur ein oder zwei Tage, konsumieren alle wie blöd, bleiben hauptsächlich auf der Hauptinsel und verschonen den Rest des Landes mit ihrer Ignoranz und Dummheit. Ein Glück für Land und Menschen.

Wir haben jedenfalls in Vanuatu spannende Dinge gesehen, Menschen getroffen und Besonderheiten erlebt, die es so nicht mehr sehr häufig im Pazifik gibt und vom Rest des Planeten ganz zu schweigen.

Vanuatu ist definitiv eine Reise oder einen längeren Aufenthalt wert und wir hoffen in der Zukunft nochmal zu kommen und können dies jedem Pazifikreisenden nur nahe legen.

Nachdem wir dann übrigens aus dem Dschungel zurück waren, haben wir gesehen, dass Air Newzealand uns mehrere E-Mails geschrieben hat, worin sie uns mitgeteilt haben, dass ab sofort Port Vila nicht mehr angeflogen wird. Wir hätten zwei Tage vor unserer Rückkehr in die Hauptstadt nochmals die Möglichkeit gehabt mit dem letzten Flug die Insel zu verlassen.

Nach dem Motto, wir fliegen nicht mehr, weil die Landebahn nicht sicher ist, aber einml gehen wir das Risiko noch ein. Was ein Bullshit.

Quantas hat sich der Entscheidung prompt angeschlossen.

Virgin Air hat ein Sicherheitsteam hingeschickt, die ein Wochenende lang die Landebahn und den Flughafen untersucht haben und zu dem Ergebnis gekommen sind, dass sie weiterhin fliegen werden.

Die Entscheidung wurde fast eine Woche lang aufrechterhalten, bis die Expertise der eigenen Leute wohl doch nicht mehr gut genug war und man sich (spontan? oder auf Grund welcher Fakten?) dazu entschlossen hat die Flüge einzustellen.

Wir mussten dann in ein Reisebüro gehen und wurden umgebucht. Wir sind dann ein paar Tage früher abgereist, mit einer ATR 72 nach Nadi in Fidschi zurückgeflogen. Haben eine Nacht auf Kosten von Air Newzealand im Hotel verbracht, mussten die nächste Nacht in einem anderen Hotel selbst zahlen und wurden dann endlich nach Auckland befördert.

Nach einer planmäßigen Nacht dort sind wir dann am 01. Februar von Auckand losgeflogen und am 31.Januar in Papeete auf Tahiti gelandet. Seitdem befinden wir uns wieder im Schengenraum (seit drei Jahren das erste mal), da Französisch Polynesien zu Frankreich gehört.

Bald von hier mehr.

Wir sind das erste Mal jetzt zeitlich „hinter“ den Daheimgebliebenen, aber trotzdem noch lange nicht zurückgeblieben.

Wir bleiben hier noch bis 16.Februar bevor wir auf die Osterinsel fliegen und fünf Tage später nach Santiago wo wir dann das erste mal Südamerika betreten werden.

Bis dahin euch allen alles Gute und viele Grüße aus Moorea.

Fidschi – „Bula“!, Fährspaß im Paradies, Inselhüpfen, Haie oder wie Reisen während der Zyklonsaison Einschränkungen erliegt

Standard

Mitte Dezember 2015 sind wir von Tonga nach Fidschi geflogen und spät Abends in der Hauptstadt Suva angekommen.

Unsere Unterkunft haben wir im Voraus schon organisiert und sind privat bei einer jungen Familie untergekommen.

Das Haus hat sich nicht direkt im Zentrum der Stadt befunden, aber war in 10 Minuten mit dem öffentlichen Bus zu erreichen.

Suva, die größte Stadt Fidschis, im Süden der „Hauptinsel“ Viti Levu gelegen, ist außerdem die größte und bedeutendste Stadt im Südpazifik.

Im großen Hafenbecken warten Frachter aus aller Welt darauf gelöscht zu werden. Der Einfluß der Chinesen zeigt sich nicht nur durch steigende Preise auf dem Immobilienmarkt, sondern auch durch große Spionageschiffe im Hafen von Suva.

Vor den Landungsstegen sieht man verrostete Seelenverkäufer mit starker Schlagseite im Hafenbecken vor sich hindümpeln.

Die großen Fähren sind zum Glück (noch) in besserem Zustand. Vielleicht liegt das daran, dass man sie gebraucht aus Kanada gekauft hat.

Überall in Fidschi wird man mit einem freundlichen „Bula“ („Hallo“) begrüßt.

Schon optisch betrachtet fallen drei große ethnische Gruppen ins Auge, aus denen sich die Bevölkerung zusammensetzt.

Zum einen gibt es die „Ureinwohner“ Fidschis, die sehr dunkelhäutig sind und deren Kopfhaare stark gekraust sind.

Die Vorfahren der Fidschianer, sind – wie überall im Pazifik – die Lapita-Menschen, die über Landbrücken aus Südostasien und dem heutigen Indonesien gekommen sind und nach und nach den gesamten Pazifik besiedelt haben.

Die Kultur des Inselstaates ist geprägt von polynesischem, mikronesischem und melanesischem Einfluss.

Die Europäer sind erst im 19. Jahrhundert gekommen. Zuerst waren Walfänger, Sandelholz- und Seegurkenhändler vor Ort und haben ihre wirtschaftlichen Interessen geltend gemacht.

Nachdem europäische Feuerwaffen – die Waffenlobby war schon damals aktiv – zu Stammeskämpfen innerhalb Fidschis geführt haben und der Sklavenhandel in Fidschi ein Zentrum gefunden hatte, erklärte sich Großbritannien großzügigerweise bereit den Inselstaat zu annektieren und seinem Empire einzugliedern.

Dadurch kam eine weitere große Bevökerungsgruppe ins Land, die heute viel Einfluß hat und immer wieder zum Ziel von Neid und Anfeindungen wird.

Zwischen 1879 und 1916 wurden über 60 000 Arbeitskräfte aus Indien nach Fidschi gebracht, die vor allem auf den Zuckerrohrfeldern als Vertragsarbeiter angestellt waren. Die Arbeits- und Lebensbedingungen waren hart und oft unmenschlich. Dennoch teilweise besser als in Indien, sodass sich die meisten Inder entschieden in Fidschi zu bleiben, nachdem ihre vertragliche Arbeitsfrist zu Ende war.

Da die Inder tüchtige Händler und Arbeiter sind und untereinander oft einen starken Zusammenhalt haben, waren sie schnell erfolgreich und haben großen wirschaftlichen Erfolg vorweisen können und wichtige Positionen besetzt.

Die ursprünglichen Einwohner Fidschis – übrigens ist „Fidschi die tonganische Bezeichnung, die von den Europäern übernommen wurde; die Eigenbezeichnung war und ist „Viti“ – waren darüber nur wenig begeistert.

Kontakte zwischen Indern und Fidschianern waren verboten und bis in die heutige Zeit wird versucht die beiden Bevölkerungsgruppen gegeneinander auszuspielen.

Die dritte große Gruppe, die zumindest immer mehr die wirtschaftliche Macht an sich bringt, sind die Chinesen.

Wie schon in anderen Ländern wird auch in Fidschi der Einfluss des Reichs der Mitte spürbar. Der Erwerb von Grundbesitz und gute Handelsbeziehungen ins „Mutterland“ sichern der chinesischstämmigen Bevölkerung Vorteile im Bereich des Handels.

Wir waren auf jeden Fall begeistert, dass so viele Inder in Fidschi leben, da es deshalb viele indische Restaurants und Imbisse gibt und wir haben viel indisch gegessen. In den größeren Städten Fidschis gibt es aber neben indischen Restaurants auch viele andere asiatische Küchen. Diese Abwechslung war uns sehr willkommen, da sonst das Essen im pazifischen Raum sehr von westlichen Importen geprägt ist.

Nachdem wir einige Tage in Suva verbracht und uns an die Lebensweise der Fidschianer gewöhnt hatten, sind wir auf eine ganz kleine Insel vor der Ostküste von Viti Levu gezogen, die Caqalai heißt und nach 45 Minuten mit dem Bananaboat zu erreichen ist.

Die Insel ist so klein, dass man sie innerhalb von 15 Minuten umrunden kann.

Hier gibt es nicht wirklich viel zu tun. Man genießt das südpazifische Inselleben, liegt in der Hängematte und schnorchelt die Korallengärten entlang.

Für uns war es aber eine gute Alternative zu den überlaufenen Inseln der Mamanuca- oder Yasawagruppe in den westlichen Gewässern vor der Hauptinsel. Diese Inseln beherbergen mehr oder minder größeren Ressortanlagen und sind hauptsächlich das Ziel junger Neuseeländer oder vor allem Australier, die dort „Party machen“ wollen. Die Preise sind dementsprechend hoch und die Qualität der Unterkünfte oft in zweifelhaftem Zustand.

Wir haben uns für diese kleine, ruhige Insel entschieden, die außerdem mehr auf unserem Weg auf die anderen großen Inseln Fidschis gelegen ist.

Nach ein paar Tagen hat uns dann aber der Inselkoller gepackt und da Weihnachten vor der Tür stand, waren wir fast die einzigen Bewohner der Insel und wir sind weitergezogen.

Unser Ziel war die Insel Ovalau mit der ehemaligen „Hauptstadt“ Fidschis Levuka, die heute ein kleines Straßendorf ist, aber ein paar Unterkünfte und essentielle Shops und Ämter beherbergt.

Die ehemaligen Kolonialbauten erinnern an die Kulissen eines „Hollywood-Western“.

Alles ist sehr in die Jahre gekommen und die Fischfabrik ist der einzige Arbeitgeber der Insel und die einzige Berechtigung Levukas die Bezeichung „Stadt“ tragen zu dürfen.

Wir sind für eine Nacht in einer kleinen, billigen Pension untergekommen. Nachdem wir die Stadt abgelaufen hatten, haben wir unsere Weiterfahrt organisiert, was wegen des bevorstehenden Weihnachtsfestes schwieriger als erwartet war.

Ursprünglich wollten wir direkt von der Insel Ovalau auf die zweitgrößte Insel Vanua Levu fahren. Allerdings war das Fährunternehmen „Patterson Brothers“ für über eine Woche im Voraus ausgebucht, sodass wir umdisponieren mussten.

Wir sind dann am nächsten Morgen um 4 Uhr in der Frühe mit dem Bus über die halbe Insel auf die Fähre gefahren und haben übergesetzt auf die Hauptinsel. Dort sind wir in Natovi Landing angekommen und der Platz ist lediglich das was sein Name impliziert: Bootsanleger.

Ein paar Bretterbuden fungieren als Shops und Kiosk. Es gibt süßen Kaffee und allerlei Snacks zu kaufen.

Es regnet wie in Strömen.

Wir müssen 12 Stunden warten bis die Fähre kommt, die uns nach Savusavu mitnimmt.

Eigentlich sind wir blöd. Wir hätten einfach in der Fähre bleiben sollen, die uns von Ovalau mitgenommen hat nach Natovi Landing und dann weitergefahren ist. Es hieß zwar sie wäre ausgebucht, aber niemand hat das kontrolliert und grundsätzlich sind immer alle Fähren überbucht, sobald man außerhalb der „westlichen Länder“ reist.

Wir hättens eigentlich riskieren sollen. Mehr als nachbezahlen wäre uns nicht passiert.

Sobald man einmal auf einem Schiff ist, ist es unmöglich festzustellen ob man legal dort ist oder nicht.

Wer noch nie mit einer Fähre in diesen Gegenden der Welt gereist ist, kann nicht nachvollziehen was wir meinen.

Sobald die Fähre gelandet ist und Fahrzeuge, Menschen und Güter ausgespuckt hat, regiert das Chaos.

Es wird zwar kontrolliert wer an Bord geht, aber was danach passiert lässt sich eigentlich kaum in Worte fassen. Jeder versucht irgendwo auf dem Boden einen Platz zu ergattern und sein 1-2 Quadratmeter großes Lager aufzuschlagen.

In Fidschi haben die Leute geflochtene Matten aus Pandana-Nuss dabei, die als „Picknick-Decke“, Isomattenersatz oder Buswarteplatz dienen und überall ausgebreitet werden. Auf diesen Matten wird gegessen, gedöst, gewartet und notfalls auch übernachtet.

Nachdem wir den ganzen Tag auf die nächste Fähre gewartet hatten, konnten wir am Abend endlich entern und sogar noch eine Schlafkoje ergattern, wo man zumindest sich ausstrecken kann, um die Überfahrt besser zu überstehen.

Nach einer Nacht auf rauer See sind wir am nächsten Morgen sehr früh um 5 Uhr in Savusavu angekommen und haben bei einem Inder eine Pension bezogen, nachdem wir einige Stunden warten mussten, bis die Zimmer gesäubert waren.

Wenigstens konnten wir unser Gepäck dort abstellen und dann in die Stadt gehen und am Busbahnhof – den ewigen Lichtern in der Nacht – einen Kaffee trinken und Backwaren erstehen, die uns als Frühstück gedient haben.

Die Pension hat an der Straße gelegen, die nach Savusavu geführt hat, am Rande der „Innenstadt“, wobei diese Bezichnung Assoziationen mit einem urbanen Zentrum weckt, das es so dort nicht gibt.

Die Stadt ist Verwaltungssitz und Oberzentrum des südlichen Teils der Insel. Der Rest ist Busch und Dschungel, gesäumt von vereinzelten Hotels entang der Küstenstraße.

Der Hafen ist Refugium von Segelbooten, die die Zyklonsaison dort verbringen.

Wir waren über Weihnachten dort und es hat manchmal stundenlang, halbe oder ganze Tage wie aus Kübeln geschüttet. Monsoon par excellence.

Wir haben auf dem überdachten Balkon zur Straße hin im ersten Stock gesessen und beobachtet wie die Welt und der Pazifk im Regen versinkt und wieder aufersteht.

Vor Weihnachten war in den wenigen Shops, Supermärkten und Läden in Savusavu buchstäblich die Hölle los. Es wurd alles mögliche wie irre eingekauft.

Alle Verwandten die zu Besuch auf die Insel gekommen sind, waren damit beschäftigt alle möglichen Güter für ihre Familien in den Dörfern zu erwerben und mitzubringen.

Es gibt eigentlich nichts Besonderes in Savusavu, aber genau das ist interessant, da man in einer typisch fidschianischen Stadt ist, wo kaum Touristen rumlaufen. Man kann den Alltag der Menschen beobachten und sich seine Gedanken machen.

Nach den Weihnachtsfeiertagen haben wir die Somosomo-Straße, die Meerenge zwischen Vanua Levu und der Insel Taveuni auf einer kleinen Nussschale überquert, um die „Blumeninsel“ zu besuchen.

Wir sind dort über Silvester geblieben, waren aber relativ eingeschränkt größere Unternehungen auf der Insel zu tätigen, da ein Zyklon vorbeigezogen ist, der zwar Fidschi nicht unmittelbar getroffen hat, aber sehr starken Wind und vereinzelt heftigen Regen mit sich gebracht hat.

An der Westküste Taveunis befinden sich ein paar Ortschaften, in denen sich die obligatorischen Ämter, ein Krankenhaus, eine Polizeistation, eine Bank und ein paar Geschäfte befinden. Der Rest der Insel ist nur an der Küste bewohnt und hauptsächlich von Touristenunterkünften bebaut.

Leider konnten wir am weltberühmtem Rainbowreef weder schnorcheln noch tauchen, da die See zu rau war, wegen dem vorbeiziehenden Tropensturm.

Der 180.Längengrad – eigentlich die Datumslinie – verläuft senkrecht durch Taveuni. Allerdings findet der Datumswechsel hier nicht statt, sondern weiter östlich.

Nachdem der Zyklon weitergezogen war, haben wir die Insel mit einer großen Fähre verlassen.

Eigentlich sollte das Schiff ein paar Stunden später in Savusavu festmachen und Menschen und Fahrzeuge aufnehmen und nach Suva mitnehmen. Allerdings war die See immer noch so rau, dass das Anlegemanöver nach einigen Stunden des Versuchens abgebrochen werden musste und wir die Nacht auf dem Schiff verbringen mussten, verankert wenige hundert Meter vor dem Land.

Am nächsten Morgen wurde das Anlegemanöver wieder unzählige Male wiederholt und endlich war die Crew erfolgreich. Wir konnten anlegen und einige Leute ausspucken und einige mehr aufnehmen. Auf Grund der Verzögerung sind wir dann mitten in der Nacht in Suva angekommen.

Glücklicherweise haben wir auf dem Schiff einen netten, alten Mann kennengelernt, dessen Tochter eine Herberge hat und der uns direkt mitgenommen hat.

Später hat sich herausgestellt, dass der chinesischstämmige Mann früher einmal die kleine Insel Caqalai für 25 Jahre gemietet und betrieben hat, bevor die Kirche das Eiland zurück wollte. Der Zufall war aber noch größer,denn in Levuka haben wir in der Pension seiner Schwester übernachtet und in unserer ersten „Unterkunft“ in Suva waren wir bei seiner Enkelin wie sich durch Zufall herausstellte.

Die Welt in Fidschi ist sehr klein.

Der freundliche Herr hat schon früh mit und vom Tourismus gelebt. Hat eines der ersten Ressorts auf den Yasawas betrieben, einen Supermarkt besessen und konnte seine sechs Kinder alle auf neuseeländische Universitäten schicken. Außerdem hat er in seinen fast achtzig Lebensjahren die halbe Welt bereist und viele seiner Geschwister besucht, die überall auf der Welt verstreut leben.

Nachdem wir diesmal nur kurz in der Hauptstadt verweilten sind wir nach Nadi weitergezogen, dem Hauptort für Besuche auf die Yasawas.

Vorher jedoch habe ich einen Abstecher nach Pacific Harbour gemacht.

Diese kleine Straßensiedlung liegt an der Queensroad, der Küstenstraße entlang der Südküste, und existiert nur weil es dort ein paar Touristenressorts gibt.

Ich bin dorthin, um mit Haien zu tauchen.

Mein letzter Tauchgang hat über ein Jahr zurückgelegen, was mich fast nervöser gemacht hat, wie die Tatsache mit großen Bullen- und Tigerhaien zu tauchen.

Als die Tauchgruppe durch die Lagune gefahren und ins offene Meer gestoßen ist, habe ich mich dann doch gefragt was ich eigentlich hier mache und ob ich noch ganz bei Sinnen bin.

Viel Zeit hatte ich allerdings nicht für Überlegungen, weil wir gebrieft wurden und uns erklärt wurde wie genau der Tauchgang ablaufen wird.

Getaucht wurde in 25 Metern Tiefe und jeder der beiden Tauchgänge hat circa 20 Minuten gedauert.

An und für sich nicht sehr spektakulär. Die Tatsache, dass in dieser Zeit aber Haie mit Fischabfällen gefüttert wurden und unzählige Bullenhaie wenige Zentimeter vor und über einen hinweggeschwommen sind, hat die Sache dann aber doch sehr spektakulär gemacht.

Bullenhaie werden um die dreieinhalb Meter lang und können bis zu 300 Kilogramm wiegen. Die Weibchen werden dabei größer und schwerer als die Männchen. Bullenhaie leben oft in Flussmündungen, da sie auch im Süßwasser leben können und sich zur Brutzeit in Flüsse zurückziehen.

Nein, man ist dabei nicht in einem Käfig und die Haie sind auch nicht sediert oder sonstwie „ungefährlich“ gemacht, sondern das ganze funktioniert „ohne Netz und doppelten Boden“ und die Tiere sind lediglich konditioniert und daran gewöhnt sich auf das Futter zu stürzen und die Taucher in Ruhe zu lassen.

Während des Tauchgangs sind pro Taucher etwa ein Instructor dabei, die „Die Arena“ absichern und den allzu neugierigen Haien mit der Faust auf die Schnauze boxen und mit ihren Stäben die Tiere abhalten allzu Nahe zu kommen.

Solche wilden Tiere – über die so viele Mythen und Lügen im Umlauf sind – so nahe zu kommen und sie in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, ist ein einmaliges Erlebnis, das sich nachhaltig in die Erinnerung einbrennt.

Leider werden jedes Jahr fast 100 Millionen Haie von Menschen getötet. Viele werden von industriellen Fangflotten mit Schleppnetzen als sogenannter Beifang umgebracht. Unzählige Haie trifft ein schlimmeres Schicksal. Sie bekommen ihre Flossen abgeschnitten und werden schwerverletzt ins Meer zurückgeworfen, wo sie elendig verrecken, weil sie nicht mehr schwimmen können.

Vor allem in China sind Haifischflossen eine Delikatesse.

Es gibt in Pacific Harbour zwei Tauchschulen, welche diese Hai-Tauchgänge anbieten. Beide haben keine Unfälle zu vermelden, sind über Jahrzehnte im Geschäft und Sicherheit steht bei beiden im Vordergrund.

Nachdem ich die Tauchgänge heil überstanden habe, bin ich nach Suva zurückgekehrt und wir sind am nächsten Tag nach Nadi gefahren.

Eigentlich wollten wir nur noch kurz dort bleiben, aber unser Flug nach Vanuatu hat sich verzögert, da der Zyklon, der einige Tage vorher in der Nähe von Fidschi vorbeigezogen ist, sich vor den Inseln Vanuatus festgesetzt hatte und der Luftraum für kleinere Maschinen nicht sicher genug war.

Nachdem wir dann eigentlich schon offiziell aus Fidschi ausgereist waren und im internationalen Teil gewartet haben, wurden wir wieder durch Hintertüren in den nationalen Teil des Flughafens gelotst und mussten mehrere Stunden warten. Endlich hat man uns gesagt, dass der Flug gecancelt wurde und wir mussten eine weitere Nacht in Nadi verbringen.

Die Airline – Vanuatu Air – hat sich auf höhere Gewalt berufen und war keine große Hilfe. Der einzige Vertreter der Airline in Fidschi hat sich nicht getraut an den Flughafen zu kommen und irgendwelche Hilfe anzubieten. Der Groundmanager von Fiji-Airways, die die Flüge von Vanuatu-Airlines abwickeln, hat sich nicht wirklich zuständig gefühlt und hat nur schlechte Nachrichten überbracht.

Nachdem wir dann eine Nacht und einen halben Tag im Hotel warten mussten, wurde unser Flug auf 2 Uhr in der Frühe angesetzt.

Nur 15 Leute sind in der ATR 72 der Vanuatu Air – ein fast vollkommen neues Flugzeug – mitgeflogen und die Stewardessen haben uns Flaschenweise „Tusker-Bier“, das lokale Bier in Vanuatu, zu trinken gegeben.

Da zwischen Fidschi und Vanuatu eine Zeitzone dazwischen liegt, sind wir mitten in der Nacht auf dem internationalen Flughafen von Port Villa angekommen. Einreise und Kontrolle waren ganz schnell abgeschlossen, aber zur Begrüßung hat dennoch eine kleine Band mitten in der Naht fröhliche Südseemusik gespielt und gute Stimmung verbreitet.

Wir haben dann erstmal ein paar Stunden auf dem Flughafen auf dem Boden geschlafen, bis wir dann durch abreisende Touristen aus Australien geweckt wurden.

Dazu – und zu unserem Aufenthalt in Vanuatu – an anderer Stelle mehr.

Insgesamt haben wir in Fidschi eine angenehme Zeit verbracht.

Durch Feiertage und wetterbedingt waren wir länger als geplant in diesem Inselstaat.

Wir mussten immer wieder feststellen, dass die Nicht-touristischen Ziele in Fidschi viel interessanter sind, als die touristischen Anlagen, die völlig austauschbar sind und auch in Asien oder sonstwo auf der Welt stehen könnten.

Insgesamt jedoch ist Fidschi völlig überbewertet. Es ist uns vollkommen unverständlich – und auch unnötig – wie man um die halbe Welt reisen kann, um dann vollkommen überteuert und mit wenig Service und Leistung Urlaub zu machen.

Jedes Land in Südostasien bietet bessere Qualität zu günstigerem Preis als die Unterkünfte und Ressorts in Fidschi, die meistens sehr in die Jahre gekommen sind (aber trotzdem noch verhältnismäßig teuer sind).

Für Australier und Neuseeländer ist Fidschi schon immer ein Urlaubsziel gewesen, wobei wenn man die Alternative zwischen Bali und Fidschi hat, sich für die indonesische Insel entscheiden sollte.

Kulturell lässt sich in Fidschi ebenfalls nicht wirklich viel finden. Den besten Überblick hat uns das Nationalmuseum in Suva geboten, das auch sehr viele interessante Exponate aus dem gesamten pazifischen Raum hat und interessante und spannende Fakten zum Kannibalismus liefern kann.

Fidschi ist eine gute Station auf einer Pazifikreise, aber als Urlaubsziel für einen vierzehntätigen Pauschalurlaub wenig bis nicht geeignet.

Unser nächstes Ziel war Vanuatu – und dort war wieder Abenteuer, Spannung und Exotik geboten.

Dazu bald mehr!